Gericht

Duisburg: Berufsdieb bringt es seit 1977 auf 32 Vorstrafen

Hinter der Tür musste sich im Duisburger Gerichtssaal ein 57-Jähriger verantworten..

Hinter der Tür musste sich im Duisburger Gerichtssaal ein 57-Jähriger verantworten..

Foto: Foto: Lars Heidrich

Duisburg.  Wegen Diebstahls stand ein 57-Jähriger in Duisburg vor Gericht – schon wieder. Die Vita des Gewohnsheitsdiebs umfasst seit 1977 32 Vorstrafen.

Der 57-jährige Duisburger, der sich wegen diverser Taten vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz verantworten musste, gehört einer inzwischen selten gewordenen Gattung Straftäter an. „Er hat sein ganzes Leben lang geklaut“, fasste der Staatsanwalt die Vita des Angeklagten zusammen. Diesmal fuhr der Gewohnheitsdieb für drei Jahre ein.

Nur einen versuchten Wohnungseinbruch im Duisburger Norden hatte der Angeklagte wirklich zugegeben. Bei einem Einbruch in ein Auto und eine Garage in Neumühl am 28. August 2017, bei der diverse technische Gerätschaften verschwanden, tischte er eine wüste Geschichte auf: „Bei einer Feier kam einer mit einer Kiste Parfüm. Wir sind dann alle noch mal dahin, wo er die gefunden hatte. Ich habe ein Elektro-Fahrrad mitgenommen“, so der 57-Jährige.

Duisburg: Angeklagter verriet Berufsgeheimnis nicht

Das Gericht war am Ende davon überzeugt, dass er von Anfang an zielgerichtet mit zwei Komplizen zu dem Einfamilienhaus und dem davor geparkten Auto gestiefelt war, um zu stehlen. Allerdings blieb unklar, wie es die Täter geschafft hatten, Auto und Garage zu öffnen, ohne Einbruchsspuren zu hinterlassen. Und dieses Berufsgeheimnis verriet auch niemand.

Eher humoriger Natur war die Behauptung des Angeklagten, am 14. November 2018 in Walsum nur einen herumliegenden Motorradhelm mitgenommen zu haben. Der Helm war tags darauf bei dem Angeklagten gefunden worden, der sich gerade in einem ganz anderen Stadtteil aufhielt. Ein Zeuge hatte zufällig ein Motorrad erkannt, dessen wahrem Besitzer - ihm gehörte auch der Helm - es tags zuvor gestohlen worden war. Das Motorrad stand kaum 100 Meter von der Stelle entfernt, an der sich der Angeklagte aufhielt.

Über eine Bewährungsstrafe musste nicht diskutiert werden

Zu Gunsten des Angeklagten sprachen nur dessen eher halbherzige Geständnisse. Zu seinen Lasten wirkten sich allerdings 32 Vorstrafen aus, die ihn seit 1977 schon für zig Jahre seines Lebens hinter Gitter geführt hatten. Niemand kam daher auch nur entfernt auf die Idee, die Strafe in einem Bereich zu suchen, der noch zur Bewährung hätte ausgesetzt werden können.

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