Gericht

Duisburg: Familienvater ließ sich zu Autorennen hinreißen

Die Duisburger Polizei stoppte den 34-Jährigen in Hochfeld.

Die Duisburger Polizei stoppte den 34-Jährigen in Hochfeld.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Duisburg.  Mit einer zehn Jahre alten Familienkutsche raste ein 34-Jähriger durch Duisburg-Hochfeld. Das illegale Rennen wurde nun vor Gericht verhandelt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Zu einem ebenso spontanen wie illegalen Rennen hatte sich ein 34-jähriger Duisburger am 15. Februar in Hochfeld hinreißen lassen. Zunächst maß er die Kräfte seiner Limousine mit einem unbekannt gebliebenen weißen Sportauto, dann mit einem Zivilfahrzeug der Polizei.

Allerdings war der Fall in vielerlei Hinsicht untypisch, weshalb die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz am Ende auch ein Erfolg für den Angeklagten wurde.

Duisburg: Familienvater raste mit Tempo 140 durch Hochfeld

Die Polizei hatte den 34-Jährigen beobachtet, als sein Fahrzeug und der weiße Sportwagen mit mehr als hundert Stundenkilometer nebeneinander her durch Hochfeld jagten. Als der Sportflitzer abbog, verfolgte die Zivilstreife weiter das Auto des Angeklagten, das zeitweise bis zu 140 Stundenkilometer schnell war. An einem Verteilerkreis konnten die Beamten die Limousine schließlich überholen. Auf ein Anhaltezeichen reagierte der Angeklagte sofort und entschuldigte sich spontan.

Das sei einer der untypischen Tatumstände gewesen, die das Amtsgericht in der Verurteilung zu 1400 Euro Geldstrafe (70 Tagessätze zu je 20 Euro) und sechs Monaten Führerscheinsperre nicht ausreichend berücksichtigt habe, meinte der Verteidiger. „Es war eben nicht die aufgemotzte Sportkarre, sondern die zehn Jahre alte Familienkutsche meines Mandanten“, erklärte der Verteidiger.

Und der sei nach dem Vorfall zu einem Verkehrspsychologen gegangen und habe dort inzwischen 14 Sitzungen absolviert. „Weil er für sich selbst herausfinden will, was ihn an diesem Tag eigentlich geritten hat.“ Und da der bislang unbescholtene Angeklagte seinen Führerschein der Polizei sofort freiwillig übergab, müsse er inzwischen seit fast zehn Monaten ohne auskommen, was das ungewöhnlich geduldige Verständnis seines Arbeitgebers inzwischen auf eine harte Probe stelle.

Sogar die Staatsanwältin hielt weitere Führerscheinsperre für unnötig

Selbst die Staatsanwältin fand, dass angesichts der Gesamtumstände ausnahmsweise auf eine Führerscheinsperre verzichtet werden könne. Der Angeklagte schloss sich - ungewöhnlich genug - ihrem Antrag an. Er muss nun nach wie vor 1400 Euro Strafe zahlen, darf aber wieder Auto fahren. Und die Kosten der Berufung trägt zur Hälfte die Staatskasse.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben