Bosnienhilfe

Duisburg hilft in Bosnien mit Suppenküchen und Schafherden

Zum 91. Mal war Heribert Hölz mit Spenden in Bosnien. Er organisiert seit Jahren ehrenamtlich die Bosnienhilfe.

Zum 91. Mal war Heribert Hölz mit Spenden in Bosnien. Er organisiert seit Jahren ehrenamtlich die Bosnienhilfe.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Duisburger Bosnienhilfe hat zum 91. Mal Spendengelder zu den Ärmsten der Armen gebracht. Heribert Hölz berichtet von seinen Eindrücken.

„Hunger ist nicht katholisch, ich helfe allen Menschen in Not“, sagt Heribert Hölz. Der aktive Kopf hinter der Bosnienhilfe Duisburg wird auch im 28. Jahr seiner Hilfstätigkeit nicht müde, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Erst kürzlich ist er von seiner 91. Hilfstour zurückgekehrt. Denn nur so funktioniert die Bosnienhilfe: Hölz wirbt Gelder ein, sammelt Spenden und verteilt dann vor Ort alles persönlich. Damit steht er auf ziemlich einsamem Posten: „In den Nachrichten gibt es so viele Probleme und Katastrophen weltweit, da interessiert sich doch keiner mehr für Bosnien“, bedauert der 77-Jährige. „Die Menschen sind absolut vergessen.“

Suppenküchen geben hunderten Menschen eine warme Mahlzeit

Dabei ist die Not in dem zweigeteilten Land auch 25 Jahre nach Kriegsende unverändert groß. Wer kann, verlässt seine Heimat. Die die bleiben, leben teils von 25 Euro Rente. Die Bosnienhilfe finanziert Suppenküchen, die täglich hunderten Menschen eine warme Mahlzeit ausgeben. Neu hinzu gekommen ist eine Suppenküche in Banja Luca, die bislang von der Schweizer Caritas betrieben wurde. Die Schweizer haben sich zurückgezogen, obwohl die Menschen in dem Viertel, das einer Barackenstadt gleicht, nicht mal das Mindeste zum Leben haben, erzählt Hölz. Er hat scharf gerechnet und rettet den Fortbestand zumindest für das nächste Jahr.

Das Geschäft mit den Schafen - eine Hilfe zur Selbsthilfe - läuft ebenfalls unverändert weiter. Ein Schäfer bekommt fünf Schafe und einen Bock, der Grundstein für die Selbstständigkeit und Lebensunterhalt für eine ganze Familie. So kommt es, dass in den bosnischen Bergen auch ein Schaf namens Dieter lebt. Denn Hölz macht für jeden Spender ein Foto von „seinem“ Tier samt Namensschild.

Patenschaften für Familien

Sagenhafte 150.000 Euro Spenden hat Hölz in diesem Jahr gesammelt. Damit unterstützt die Bosnienhilfe zwei Schulen, betreut rund 65 Familien über Patenschaften oder organisiert einem betagten Greis, dessen Haus eine völlige Ruine ist, einen Container, damit er den Lebensabend trocken verleben kann.

Er kennt aber auch seine Grenzen: Ein Pfarrer bat um Hilfe, weil die Katholische Kirche seiner Gemeinde als Schafstall dient, während die Orthodoxen Kirchen ringsum prächtige Bauten sind. Da dort aber nur noch 70 Katholiken leben, lehnte Hölz ab. Da ist er Realist, setzt lieber Prioritäten und bleibt sowohl politisch als auch in Glaubensfragen neutral. Und bewahrt sich in all den Jahren das Staunen über die gelebte Großherzigkeit vieler Spender.

Die Unterstützung für die Bosnienhilfe ist vielfältig. Berührt ist Hölz immer wieder von Menschen, die selbst nicht viel haben, aber dennoch bereitwillig geben. Oder jenen wie der 90-jährigen Maria Toennies aus Neuenkamp, die Tag für Tag strickt und Hölz auf seinen Reisen Berge von Schals mitgibt. Hölz’ Frau Ursula, die in den vergangenen Jahren mit Nachbarn zusammen rekordverdächtige Mengen von Marmeladengläsern für den guten Zweck einkochte, betreibt das Projekt nur noch „im kleinen Stil“, wie Hölz beschreibt, „nur 2500 Gläser“ seien es in diesem Sommer gewesen.

Spenden für die Bosnienhilfe

Die Bosnienhilfe ist an die Caritas Duisburg angedockt. Wer mehr wissen will oder etwas spenden möchte, kann sich an Heribert Hölz wenden.

Der Frühaufsteher ist unter Tel.: 02845/5686 zu erreichen.

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