Mietpreis-Vergleich

Duisburg: Mieten in zehn Jahren um 22 Prozent gestiegen

Die Mieten in Duisburg sollen laut einem Immobilienportal in den vergangenen zehn Jahren um 22 Prozent gestiegen sein.

Die Mieten in Duisburg sollen laut einem Immobilienportal in den vergangenen zehn Jahren um 22 Prozent gestiegen sein.

Foto: Hans Blossey

Duisburg.  Laut einem Immobilienportal sind Mieten in Duisburg in zehn Jahren um 22 Prozent gestiegen – der Mieterschutzbund kritisiert die Aussage.

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Die Mietpreise in Duisburg sollen in den vergangenen zehn Jahren um 22 Prozent gestiegen sein – so das Urteil einer Marktanalyse des Immobilien-Internetportals „immowelt“. Im Vergleich zu anderen Städten bewegen sich die Mieten in Duisburg aktuell auf niedrigem Niveau.

Während 2009 im Mittelwert noch fünf Euro Kaltmiete je Quadratmeter bezahlt wurden, müssen Mieter dort heute 6,10 Euro im Median zahlen. Damit sind die Mieten stärker geklettert als die anderen Preise für Waren und Dienstleistungen: Die allgemeine Inflationsrate betrug 14 Prozent.

Mietpreis-Vergleich: So hoch sind die Mieten in Nachbarstädten

In den Städten Düsseldorf (Zuwachs 36 Prozent auf 10,30 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter), Mülheim (31 Prozent auf 6,80 Euro), Essen (27 Prozent auf 7 Euro) und Krefeld (27 Prozent auf 7 Euro) sind die Mieten im Median rasanter gestiegen. In den Nachbarstädten Moers (18 Prozent auf 6,70 Euro) und Oberhausen (22 Prozent auf 6,20 Euro) fiel der Anstieg im Vergleich geringer aus oder war im Vergleich identisch.

Spitzenreiter bei den Mietpreisen bleibt München: Seit 2009 sind die Preise in der bayrischen Landeshauptstadt um 61 Prozent auf 17,70 Euro Kaltmiete je Quadratmeter gestiegen. Die höchste Steigerung soll es demnach in Berlin geben. In der Hauptstadt haben sich die Mietpreise innerhalb von zehn Jahren verdoppelt – von 5,60 Euro auf 11,40 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.

So hat das Portal die Mietpreise errechnet – Kritik vom Mieterschutzbund

Das Immobilienportal hat die Mieten in insgesamt 80 ausgewählten deutschen Großstädten mit über 100.000 Einwohnern verglichen. Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise waren die auf dem Portal inserierten Angebote. Dabei wurden ausschließlich, so das Unternehmen, Angebote berücksichtig, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Mittelwert der jeweils 2009 und 2019 angebotenen Mietwohnungen von 40 bis 120 Quadratmetern bei Neuvermietungen wider.

Der Mieterschutzbund kritisiert das Immobilien-Internetportal. Solche Analysen seien schlicht „unseriös“, sagt Peter Heß, Vorsitzender des Mieterschutzbundes Niederrhein, der in Duisburg sitzt. Die Kommission mit Vertretern von Mietervereinen, Wohnungswirtschaft und Stadtverwaltung braucht „mindestens ein Jahr“ allein für die Berechnung des Mietspiegels in Duisburg.

Außerdem: Gute Wohnungen mit niedrigen Mieten würden Suchende oft gar nicht erst im Internet finden, sondern bereits über Nachbarschaftsnetzwerke einen neuen Mieter finden, sagt der Interessenvertreter der Mietervereine. „Im Internet ist oft der unvermietbare Schrott.“

Vergleich mit dem Duisburger Mietspiegel 2019 überrascht

Doch ein Vergleich mit dem aktuellen Mietspiegel zeigt: Der ermittelte Median unterscheidet sich für das Jahr 2019 nur gering, der prozentuale Anstieg aber deutlicher. Addiert man die im Mietspiegel je nach Baujahr und Wohnlage in sechs Gruppen eingeteilte und in je vier Größen-Kategorien gegliederten Duisburger Wohnungsbestand, liegt der Mittelwert für eine Wohnung pro Quadratmeter bei 6,06 Euro Kaltmiete – nur vier Cent unter dem Wert des Portals. Vergleicht man den Wert mit dem Median aus dem Jahr 2009 – 5,45 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter – sind die Mieten um 11 Prozent Prozent gestiegen.

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