Gesundheit

Duisburger Chefarzt warnt: Nicht wegen Corona lange zögern

Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall sollte niemand wegen der Corona-Krise zögern, die Notaufnahmen der Klinik aufzusuchen, warnt Helios-Chefarzt Dr. Wolfgang Lepper.

Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall sollte niemand wegen der Corona-Krise zögern, die Notaufnahmen der Klinik aufzusuchen, warnt Helios-Chefarzt Dr. Wolfgang Lepper.

Foto: Foto: Michael Dahlke / Funke Foto Services.

Duisburg.  Wegen der Coronakrise zögern Menschen, die Notaufnahmen aufzusuchen. Helios-Chefarzt warnt: Zurückhaltung kann lebensgefährlich sein.

Menschen mit akuten Erkrankungen sollten nicht wegen der Corona-Krise zögern, die Notaufnahme der Kliniken aufzusuchen. Sonst könnte das Virus für sie zur Gefahr werden, obwohl sie gar nicht infiziert sind, warnt Dr. Wolfgang Lepper, Chefarzt der Kardiologie am Helios Klinikum Duisburg.

„Momentan kommen deutlich weniger Patienten mit den Symptomen eines Herzinfarkts in die Notaufnahme. Das liegt zum einen daran, dass Patienten Angst haben, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, zum anderen möchten sie das Krankenhauspersonal in der derzeitigen Situation nicht mit vermeintlichen Lappalien belasten“, berichtet der Kardiologe.

Patienten werden bereits am Eingang separiert

Beide Sorgen seien allerdings unbegründet, betont Lepper: „Wir separieren die Patienten bereits in der Eingangshalle. Sowohl die Untersuchung als auch die stationäre Behandlung von Corona-Verdachtsfällen und -Infizierten erfolgt räumlich getrennt von anderen Patienten. Unsere Notfallversorgung ist weiterhin rund um die Uhr für die Menschen aus Duisburg und Umgebung gewährleistet“, so der Kardiologe. Das gelte auch für die Entbindung in den Kreißsälen des Helios St. Johannes in Hamborn.

Von ärztlichen Kollegen aus anderen Regionen und aus anderen Ländern weiß Dr. Lepper, dass das Phänomen der zu spät aufgesuchten Notaufnahmen in der aktuellen Ausnahmesituation nicht nur in Duisburg ein Problem ist: „Ich glaube aber, dass die Menschen im Ruhrgebiet generell noch später eine Notaufnahme aufsuchen als andernorts. Viele denken: Was von alleine kommt, geht auch von alleine wieder.“ Aber diese Einstellung sei fatal, warnt der Chefarzt, insbesondere bei einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt. „Hier zählt jede Minute. Je später wir mit der Behandlung beginnen können, desto gravierender sind die Folgen“, so der Kardiologe.

Zurückhaltung kann lebensgefährlich sein

Deshalb sein dringender Appell an die Bevölkerung: „Wenn es um die Gesundheit geht, kann Zurückhaltung lebensgefährlich sein. Bitte rufen Sie bei Symptomen, die auf einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt hindeuten, umgehend die Notfallnummer 112 an und suchen Sie bei anderen Notfällen auch weiterhin umgehend die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf.“

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