Suchthilfe

Duisburger Kreuzbund: Hilfe für Suchtkranke wieder möglich

Stühlerücken: Johannes Brey, Wolfgang Prassel und Franz Josef Werner (v.l.) vom Kreuzbund bei der Vorbereitung eines Gruppentreffens in der Kirche St. Judas Thaddäus in Buchholz.

Stühlerücken: Johannes Brey, Wolfgang Prassel und Franz Josef Werner (v.l.) vom Kreuzbund bei der Vorbereitung eines Gruppentreffens in der Kirche St. Judas Thaddäus in Buchholz.

Foto: Foto: Stefan Arend / Funke Foto Services

Duisburg.  Die 24 Gruppen des Kreuzbundes in Duisburg dürfen sich wieder treffen. Sucht-Selbsthilfe beklagt Rückfälle während des Lockdowns.

Vier Wochen lang hat sich der Kreuzbund in Duisburg dafür eingesetzt, dass seine regelmäßigen Gruppentreffen wieder möglich werden. Nun ist es geschafft: Ab der nächsten Woche finden die Zusammenkünfte wieder statt. Weil Pfarrheime einiger Gemeinden noch geschlossen sind, ziehen einige Gruppen in die Kirchen um.

Der Corona-Lockdown hat den Kreuzbund schwer getroffen. Für viele Teilnehmer der insgesamt 24 Gruppen der Sucht-Selbsthilfe hat der persönliche Kontakt große Bedeutung, erklärt Franz-Josef Werner, der Vorsitzende des Kreuzbundes in Duisburg: „Es droht die soziale Isolation, Rückfälle in die Sucht, die Suizidgefahr steigt.“

Rückfälle während des Lockdowns

Eine ganze Reihe von Rückfällen habe es in den vergangenen Monaten gegeben, einen mit einem tödlichen Verlauf. Besonders kritisch sei die Lage der Betroffenen zu Beginn des Lockdowns gewesen, weil auch Therapieeinrichtungen und Suchtkliniken schlossen.

Zwar hätten die Gruppenleiter versucht, über Chat-Gruppen den Kontakt zu halten, einige besuchten die Teilnehmer auch einmal pro Woche. „Aber das ist alles kein Ersatz für den persönlichen Kontakt“, sagt Werner, „wir sind sehr froh, dass wir uns nun wieder treffen können.“

Gesundheitsamt und städtischer Krisenstab gaben grünes Licht

Um grünes Licht zu bekommen, sei es sehr hilfreich gewesen, dass der städtische Krisenstab und das Gesundheitsamt schon am 18. April Zusammenkünften unter Einhaltung der Hygieneregeln zustimmten. Schwieriger war es mit den Kirchen. Mit zwei Bistümern (Münster und Essen), drei evangelischen Kirchenkreisen und den einzelnen Gemeinden hat Franz-Josef Werner verhandelt und die Möglichkeiten erörtert, sich in Pfarrsälen oder Kirchen zu treffen.

„Die Pfarrheime sind ja noch geschlossen. Aber wir können nicht weitere Monate warten, sonst geht der Kreuzbund zugrunde“, fürchtet der Vorsitzende. https://www.waz.de/staedte/duisburg/newsletter-waz-duisburg-anmeldung-id227368671.html

Einige Gruppen werden sich nun in den Kirchen treffen, etwa die aus Buchholz und Wanheimerort – in St. Judas Thaddäus rückte der Vorstand am Mittwoch testweise Stühle aus dem Chorgestühl zurecht. Auch in St. Ewaldi (Laar) und St. Michael (Meiderich) finden die Gruppen im Kirchenschiff zusammen.

Alle Termine und Gruppen finden Teilnehmer und Interessierte unter: www.kreuzbund-duisburg.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben