Gericht

Duisburger Paar soll Mädchen über Jahre misshandelt haben

Angeklagt ist ein Paar aus Duisburg. Die Mutter soll in 130 Fällen zugeschaut haben, wie ihr Lebensgefährte ihre zu Beginn neunjährige Tochter mit einem Lineal züchtigte. Der Mann soll das Mädchen in sieben Fällen auch sexuell missbraucht haben.

Angeklagt ist ein Paar aus Duisburg. Die Mutter soll in 130 Fällen zugeschaut haben, wie ihr Lebensgefährte ihre zu Beginn neunjährige Tochter mit einem Lineal züchtigte. Der Mann soll das Mädchen in sieben Fällen auch sexuell missbraucht haben.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Paar steht wegen Misshandlung in Duisburg vor Gericht Mutter (31) soll gebilligt haben, dass ihr Freund (32) ihre Tochter (9) mit Lineal schlug.

Immer wieder soll ein zu Beginn der Taten neunjähriges Mädchen vom Lebensgefährten seiner Mutter misshandelt worden sein. Als Anlass soll dem 32-Jährigen schon eine lästige Frage des Kindes genügt haben. Die 31-Jährige Mutter des Kindes soll dieses Verhalten nicht nur geduldet, sondern sogar gebilligt haben. Nun steht das in Hamborn lebende Paar wegen Kindesmisshandlung vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz.

Die Anklage wirft dem Angeklagten aktive Misshandlung Schutzbefohlener vor. Der Mann soll dem Mädchen die Hose herunter gezogen, es über das Knie gelegt und mit einem Lineal auf dessen Hintern eingeschlagen haben. Bei der Mutter, die sich stets in unmittelbarer Nähe aufgehalten haben soll, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass sie die Taten durch Unterlassen beging.

Anklage geht von 130 Misshandlungen aus

Rund 130 solcher Vorfälle sollen sich zwischen 2016 und April 2017 in der damaligen Wohnung des Paares in Wanheimerort ereignet haben. Das Kind trug unzählige Blutergüsse am Gesäß davon. In sieben weiteren Fällen soll sich der 32-Jährige auch sexuell an dem Kind vergangen haben. Er soll es in Abwesenheit der Mutter dazu gezwungen haben, sich mit ihm ins Bett zu legen und es im Intimbereich gestreichelt haben.

Die Angeklagten schwiegen zu Beginn des Prozesses zu den Vorwürfen. Nach längeren Beratungen der Verteidiger mit ihren Mandanten und noch längeren Rechtsgesprächen der beteiligten Juristen, wurde von den Anwälten allerdings für den nächsten Verhandlungstag eine weitgehend geständige Einlassung in Aussicht gestellt. Der Vorsitzende hatte die Angeklagten zuvor gemahnt, dass ein Geständnis nach einer Aussage des Kindes nicht mehr viel wert sein könnte.

Vorfälle wurden im Rahmen eines Sorgerechtsstreits bekannt

Die Vorfälle waren 2017 im Rahmen eines Prozesses vor dem Familiengericht bekannt geworden, mit dem der Vater des Mädchens das Sorgerecht erstritt. „Das Kind stammte aus einem One-Night-Stand“, erklärte der Zeuge dem Gericht. „Ich habe erst zweieinhalb Jahre nach der Geburt erfahren, dass es mein Kind ist.“ Auf Kontakte habe er auf Wunsch der Mutter des Mädchens hin aber viele Jahre verzichtet. Der Verdacht, das Mädchen könne misshandelt worden sein, sei dann vor dem Familiengericht bestätigt worden.

Das Kind wurde der Mutter daraufhin vom Jugendamt entzogen. Zwei Jahre lebte das Mädchen bei den Großeltern. „Seit einigen Wochen lebt es bei mir“, so der Vater. Er habe immer wieder versucht, mit einer Tochter über das Geschehene zu sprechen. Aber die breche dann sofort in Tränen aus. „Sie ist in psychotherapeutischer Behandlung. Noch immer hat sie nachts Alpträume, in denen sie den Angeklagten vor ihrem Bett stehen sieht.“

Für den Prozess sind bis Ende des Monats drei weitere Sitzungstage geplant.

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