Gericht

Duisburger Richter fällte milde Strafe gegen Whisky-Dieb

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg aus luftiger Höhe gesehen.

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg aus luftiger Höhe gesehen.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Rumäne (39) wurde von Landsleuten zum Diebstahl angestiftet und dann im Stich gelassen. Duisburger Richter verurteilte ihn zu Geldstrafe.

Ein 39-jähriger Rumäne war am 4. Januar bei einem Kraftakt in Marxloh erwischt worden: Er mühte sich damit ab, einen mit 66 Flaschen Whisky beladenen Einkaufwagen aus einem Discounter in Marxloh zu schieben. Ein Ladendetektiv stellte ihn. Wegen schweren Diebstahls stand der Mann nun vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz.

Die Geschichte, die er dem Strafrichter glaubhaft berichtete, könnten so ähnlich wohl auch Hunderte andere erzählen, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Deutschland reisten. Er sei erst wenige Wochen vor der Tat mit einem Reisebus gekommen, so der Angeklagte. „Verzweifelt habe ich nach einem Hilfsjob auf dem Bau gesucht“, berichtete der gelernte Tischler. „Ich wollte mit dem Geld meine Frau und die drei Kinder in der Heimat unterstützen.“ Doch er fand keinen Job, lebte mehr oder weniger auf der Straße.

Ware im Wert von 1250 Euro mit Decke getarnt

Da voten ihm hilfsbereite Landsleute ihre Hilfe an. „Sie gaben mit einen Platz zum Schlafen und etwas zu Essen“, erzählte der Angeklagte. Doch sie erwarteten dafür auch eine Gegenleistung: Die Teilnahme an Straftaten. „Ich habe mich darauf eingelassen, weil ich gehofft habe, so wenigstens das Geld für die Rückreise zu bekommen.“

Zu Dritt war man am Tattag in den Discounter an der Duisburger Straße gegangen. Die beiden Drahtzieher des Diebstahls halfen dem 39-Jährigen dabei, den Einkaufswagen mit Whisky im Wert von 1250 Euro zu beladen. Dann breiteten sie eine mit Alu-Folie ausgekleidete Decke über der Ware aus, die das Diebstahlssicherungssystem ausschalten sollte. Was auch klappte, aber nichts nützte, weil ein Detektiv schon zusah.

Die Mittäter, so der Angeklagte, hätten einen Mann an der Information abgelenkt. Er musste den Wagen allein hinausschieben. So war auch nur er erwischt worden. Die Mittäter sind bis heute von der Bildfläche verschwunden.

Angesichts des Geständnisses fällte der Strafrichter ein mildes Urteil gegen den bislang unbescholtenen Angeklagten und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 900 Euro (90 Tagessätze zu je zehn Euro).

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben