Trauer

Duisburger Rolf Karling ist tot: Sein Traum soll weiterleben

Rolf Karling im Vereinsheim seines Vereins „Bürger für Bürger“. Er starb am 1. Oktober.

Rolf Karling im Vereinsheim seines Vereins „Bürger für Bürger“. Er starb am 1. Oktober.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Rolf Karling, Chef des Vereins „Bürger für Bürger“, ist tot. Seine Schwester und seine Nachfolgerin wollen ihm seinen letzten Wunsch erfüllen.

Rolf Karling, Gründer und Chef des Vereins „Bürger für Bürger“ ist am 1. Oktober verstorben. Die 2. Vorsitzende des Vereins, Ute Muders, hat die Meldung bestätigt, die zuvor im sozialen Netzwerk Facebook kursierte. „Rolf ist am Dienstagabend eingeschlafen“, so Muders. Karling, der sich besonders in Duisburg-Rheinhausen für soziale Zwecke engagierte und nach der Loveparade durch seine Ketchup-Attacke auf den damaligen Oberbürgermeister Adolf Sauerland für Schlagzeilen sorgte, war bereits seit Monaten gesundheitlich angeschlagen. Zuletzt hatte er sich auch noch eine Lungenentzündung eingefangen. Ute Muder und Rolf Karlings Schwester Birgit wollen nun den letzten Wunsch des 57-Jährigen erfüllen.

„Er hat sich gewünscht, dass es bei seinem Verein weitergeht. Das war sein Traum“, erzählt Ute Muders, die nun bis zur nächsten Versammlung zur 1. Vorsitzenden aufrücken wird. Noch am Sterbebett habe Karling sich die Atemmaske runtergerissen und Muders und seiner Schwester gesagt, sie sollen unbedingt weitermachen. Und so ist es nun auch: Man nehme die Aufgaben wie die Lebensmittelausgabe auch weiter wahr, sagt Muders.

Rolf Karling ist tot: Srebenica änderte für ihn alles

Gemeinsam mit Birgit Karling arbeit sich Muders nun durch die hinterlassenen Unterlagen zum Verein „Bürger für Bürger“. „Wir kommen gar nicht zum Denken. Alles ist sehr chaotisch“, sagt sie. Schon bald soll es ein Zusammenkommen mit den langjährigen Mitarbeiten des Vereins geben, um Rolf Karling zu gedenken.

Eine Beisetzung in Deutschland wird es nicht geben. Karling habe sich eine Baumbestattung in den Niederlanden gewünscht.

Dort hat der gebürtige Schwarzwälder die unbeschwerteste Zeit seines Lebens verbracht. Der Sommer 1995 veränderte für ihn dann alles: Als Kameramann einer niederländischen Medienagentur bekam er das Massaker von Srebenica hautnah mit. Ereignisse, von denen sich Karling nie mehr vollständig erholen sollte. „Seit dem Krieg habe ich keine Ruhe mehr“, berichtete Karling Ende 2018.

Karling kam öfters mit dem Gesetz in Konflikt

In Duisburg provozierte Karling, eckte an. „Ich bin der umstrittenste Mensch in Duisburg. Entweder man liebt mich oder man will mich aufhängen“, erzählte er einmal.

Auch mit dem Gesetz kam Karling immer wieder in Konflikt. Im April 2019 musste er sich dafür verantworten, weil er auf der A 40 hinter dem Steuer eines Wagens erwischt wurde. Seit 2014 besaß Karling keinen Führerschein mehr. Schon damals musste ihn ein Krankenwagen zum Gericht fahren.

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