Gerichtsprozess

Duisburger stand für Flaschenwurf bei Demo vor Gericht

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz.

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz.

Foto: Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.   Das Landgericht verurteilte einen Duisburger im Berufungsverfahren zu Bewährungsstrafe. Bei einer Demo hatte er 2016 eine Flasche geschleudert.

Bei der Demonstration eines türkisch-nationalistischen Vereins ging es am 23. März 2016 in Hochfeld entspannt und ruhig zu. Bis der Demonstrationszug auf der Wanheimer Straße auf eine Gruppe Kurden vor einer Teestube traf. Es gab erregtes Geschrei, Flaschen flogen. Einer der Flaschenwerfer stand jetzt in zweiter Instanz vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz.

Das Amtsgericht hatte ihn im September 2018 wegen Landfriedensbruchs zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die ursprüngliche Anklage hatte auch auf gefährliche Körperverletzung gelautet. Durch einen Flaschenwurf war ein Polizist, der zwischen Demonstranten und Kurden stand, leicht verletzt worden. Doch der Strafrichter sah die Täterschaft des Angeklagten als nicht erweisen an.

Beide Seiten legten Berufung ein

Gegen das Urteil waren der 38-Jährige wie die Staatsanwaltschaft in Berufung gezogen. Der Angeklagte, weil er zwar einen Wurf zugab, aber beteuerte, er stamme selbst von Kurden ab und habe niemanden, und schon gar keinen Polizisten verletzten wollen. Die Staatsanwaltschaft, weil sie das Urteil angesichts einschlägiger Vorstrafen für zu niedrig hielt und das Wort Körperverletzung unbedingt im Urteil lesen wollte.

Die Berufungskammer kam am Ende zu einem weisen Spruch. Es verurteilte den Angeklagten wegen Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Zwar sei unklar, ob der Wurf des Angeklagten getroffen habe, wer aber so handele, nehme in jedem Fall die Verletzung eines Menschen in Kauf. An der Strafhöhe änderte das Gericht allerdings nichts. Dies vor allem mit Blick darauf, dass der 38-Jährige inzwischen in geordneten Verhältnissen lebt und seine letzte Verurteilung mittlerweile sieben Jahre zurück lag.

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