Gericht

Duisburger Tankstellenräuber gestand Tat rückhaltlos ein

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße.

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Drei Wochen nach der letzten Haftentlassung überfiel ein Duisburger (44) eine Tankstelle. Vor dem Landgericht gestand er die Tat.

Mit einem Küchenmesser bedrohte ein Räuber am 2. April im Verkaufsraum einer Tankstelle an der Wacholderstraße in Wanheimerort eine Angestellte und einen weiteren Zeugen und erbeutete 300 Euro aus der Kasse. Weit kam der Räuber mit der Beute nicht: Die Polizei fasste ihn noch in der Nähe des Tatortes. „Ich hatte nicht mal Zeit, das Geld zu zählen“, so der 44-jährige Duisburger beim Auftakt des Prozesses gegen ihn.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere räuberische Erpressung vor. Der Angeklagte legte zu Beginn der Hauptverhandlung ein umfassendes Geständnis ab. Erst drei Wochen vor der Tat war er aus der Justizvollzugsanstalt Ratingen entlassen worden. „Eine Wohnung bekam ich wegen meiner Schufa-Einträge nicht.“ Er habe in billigen Hotels gelebt, zuletzt in Notunterkünften geschlafen. „Als das Geld weg war, hatte ich die dumme Idee zu dem Überfall.“

Angestellte mit Küchenmesser bedroht

Er habe ein Küchenmesser aus dem Rucksack, in dem sich seine ganze Habe befand, hervorgeholt und es vor sich gehalten. „Dann habe ich gerufen: Geld raus. Alles raus.“ Die Kassiererin habe Geld aus der Kasse genommen und es auf den Verkaufstresen gelegt. „Im Hinterzimmer waren offenbar noch mehr Leute, die ich nicht bemerkt hatte. Als jemand nach der Polizei rief habe ich das Geld gegriffen und bin abgehauen.“

Eigentlich hatte er mit der Straßenbahn flüchten wollen. Doch das klappte nicht mehr. „Von zwei Seiten kamen ein Motorradpolizist und ein Streifenwagen auf mich zu“, erinnerte sich der 44-Jährige. „Ich habe einfach aufgegeben.“

Keine Angaben zum Drogenkonsum

Über seinen Drogenkonsum und mögliche weitere Probleme möchte der Angeklagte sich nicht äußern. „Mein Mandant ist im Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt 2017 vom Landgericht Duisburg in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht gewesen“, erläutert sein Verteidiger. „Mein Mandant hält das für falsch, zumal ein anderes Landgericht in einem anderen Fall danach zu einer ganz anderen Ansicht kam.“

Das Verfahren soll in der kommenden Woche abgeschlossen werden.

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