Behinderten-Werkstatt

Duisburger WfbM zahlt ihren Mitarbeitern deutlich weniger

Mit dem Modelabel hat sich die WfbM einen Namen gemacht. Rein finanziell betrachtet hat das den Mitarbeitern nichts gebracht.

Mit dem Modelabel hat sich die WfbM einen Namen gemacht. Rein finanziell betrachtet hat das den Mitarbeitern nichts gebracht.

Duisburg.  Die Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung zahlt ihren Mitarbeitern je nach Behinderungsgrad deutlich weniger als andere Werkstätten.

In der Gehaltsaffäre um Roselyne Rogg werden immer mehr Details bekannt: Während die fristlos gekündigte Geschäftsführerin zum Schluss ein Jahresgehalt von rund 370.000 Euro im Jahr bezog, verdienen die Menschen mit Behinderung in der Duisburger WfbM deutlich weniger im Vergleich zu anderen Behinderten-Werkstätten im Rheinland. Und dies schon seit Jahren. Dies geht aus Unterlagen hervor, die diser Redaktion jetzt vorliegen.

Während die Werkstätten laut Aussagen des Landschaftsverbandes Rheinland seit August 2016 im Durchschnitt zwischen 85 und 500 Euro je nach Behinderungsgrad ihren Beschäftigten zahlen, wurden 2016 in der Duisburger WfbM ein durchschnittlicher Arbeitslohn von 1.522 Euro pro Jahr mit einer Spanne von 75 bis 225 Euro pro Monat gezahlt. Der rheinlandweite Jahresdurchschnittslohn lag dagegen bei rund 2.175 Euro.

Gerechtfertigtes Gehalt ?

Und auch in den Jahren zuvor lagen die gezahlten Durchschnittslöhne deutlich unter denen in anderen Werkstätten. Als vor zwei Wochen Oberbürgermeister Sören Link erstmals verlautbaren ließ, dass die Menschen mit Behinderung in der Duisburger Werkstatt im Vergleich weniger verdienen, fehlten noch konkrete Zahlen, die diese Aussage untermauerten.

Vor dem Hintergrund, dass die ehemalige Geschäftsführerin laut Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hat, gut doppelt so viel verdiente, wie Leiter vergleichbarer Werkstätten, erscheinen die Rechtfertigungen von Roselyne Rogg in einem anderen Licht. „Meine Leistungen rechtfertigen mein Gehalt“, sagte sie. Die Werkstatt stehe besser da, als je zuvor. Die Umsatzerlöse seien während ihrer Zeit von 1,1 auf 2,7 Millionen Euro gestiegen.

Mit Ars Vivendi, dem Modelabel „esthetique“ oder dem Kleinen Prinzen hat sich die Werkstatt über Duisburg hinaus einen Namen gemacht. Dies ist alles unstrittig. Nur: Was haben die Mitarbeiter von dem Kuchen abbekommen? Mehr Gehalt jedenfalls nicht.

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