ZOO DUISBURG

Erweiterung des Löwengeheges im Zoo Duisburg startet

Wie alle Löwen liebt es Tsavo, die Umgebung zu beobachten. Von einer erhöhten Position aus kann er sogar  von seinem jetzigen Domizil die Bauarbeiten im Nachbargehege verfolgen.

Wie alle Löwen liebt es Tsavo, die Umgebung zu beobachten. Von einer erhöhten Position aus kann er sogar von seinem jetzigen Domizil die Bauarbeiten im Nachbargehege verfolgen.

Foto: Ute Gabriel

Duisburg.   Ein symbolischer Spatenstich startete die Erweiterung des Löwengeheges im Zoo Duisburg. Die Baumaßnahme soll im Herbst 2019 beendet sein.

Rund eine Million Euro steckt der Zoo Duisburg in die Erweiterung seines Löwengeheges. Mit einem symbolischen Spatenstich wurden gestern im Tierpark die Arbeiten begonnen, die das ehemalige Außengehege der Wisente mit der Freianlage der Raubkatzen verbinden wird. Danach stehen Löwenkater Tsavo und seinen beiden Gefährtinnen Manyara und Masindi gut 2500 Quadratmeter zur Verfügung. Ihr jetziges Domizil bietet inklusive des 1986 eröffneten Raubtierhauses gut 900 Quadratmeter. Machbar wird dieser Umbau, der auch für ein größeres Rudel eine artgerechte Haltung ermöglicht, durch eine großzügige Spende der Sparkasse Duisburg, die den Betrag von 975.000 Euro über mehrere Jahre gezielt angespart hat.

Schmusende Raubtiere

Tsavo liebt Masindi. Zwar hat der neue Stammvater des Löwenrudels im Duisburger Zoo seit 2017 zwei Weibchen an seiner Seite. Doch von den beiden dreijährigen Schwestern, die aus dem Zoo in Lisieux (Normandie) damals an den Kaiserberg zogen, ist Masandi ihm inzwischen besonders ans Herz gewachsen. „Die beiden schmusen ganz oft miteinander. Und sie passt auch immer genau auf, wo er hingeht“, verrät Revierleiter Mike Kirschner. Seiner Zuneigung habe Tsavo auch schon in mehreren Deckakten Ausdruck verliehen. Doch Früchte sollen diese nicht tragen; jetzt jedenfalls noch nicht. Erst wenn das Gehege der Löwen erweitert ist, darf das Rudel eigenen Nachwuchs bekommen.

Zoo träumt vom Löwennachwuchs

Darauf hoff auch Zoo-Chefin Astrid Stewin, die beim gestrigen Startschuss für die Erweiterung der Außenanlage gestand: „Die Pfleger und die Chefin träumen vom Löwennachwuchs.“ Joachim Bonn, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, freute sich indes schon darüber, mal wieder ein Großprojekt unterstützen zu können: „So was Großes wie ein Löwengehege haben wir schon lange nicht mehr finanziert.“ Die Verwendung der 975.000 Euro-Spende für diesen Zweck haben der Zoo und die Sparkasse im Vorfeld abgestimmt.

Löwen lieben Hügel

In zwei Schritten soll die Außenanlage für eine artgerechte Haltung eines größeren Raubtierrudels entstehen. Auf diese Weise müssen die Löwen während der gesamten Bauzeit nicht in andere Tierparks ausgelagert werden. „So vermeiden wir unnötigen Stress für die Tiere“, begründet Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter, die Vorgehensweise.

Auf der ehemaligen 1700 Quadratmeter großen Wisent-Anlage soll ein Gehege mit Savannencharakter entstehen. „Wildnisnah“, wie Pfleiderer betont, mit hohem Gras und vor allem mit Hügeln. Pfleiderer: „Löwen sitzen gerne hoch und blicken in die Umgebung.“ Unterstände werden den Großkatzen Schutz vor schlechtem Wetter bieten. Drei weitere Kletterbäume sind geplant sowie Felsaufbauten mit integrierten Schiebern, die eine zeitweise Trennung der Gruppe erlauben, etwa wenn sich der ersehnte Nachwuchs einstellt. Dem dienen dann auch ein zweiter Innenstall und ein Warmhaus.

Vier Aussichtspunkte mit Panoramascheiben

Ähnlich wie bei der Tigeranlage sollen vier Aussichtpunkte mit großen Panoramascheiben den Besuchern die Möglichkeit bieten, die Löwen aus verschiedenen Perspektiven zu beobachten, sowie sicher nah an die Tiere heranzukommen. Immer vorausgesetzt, diese lassen sich blicken, denn das vergrößerte Außengehege bietet den Raubkatzen auch mehr Gelegenheiten, sich zurückzuziehen.

Sobald der erste Bauteil fertig ist, können Tsavo, Manyara und Masindi umziehen und ihr neues Reich erobern. Dann wird das alte Gehege in Angriff genommen. Die komplette Baumaßnahme soll im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein. Vor 2020 wird es also nichts mit dem Löwennachwuchs.

Letzte erfolgreiche Zucht vor 30 Jahren

1989 gab es die letzte erfolgreiche Nachzuchtvon Löwen im Zoo Duisburg. Zwei Männchen und zwei Weibchen kamen damals zur Welt. Weil viele Tierparks zu der Zeit keine Löwen mehr aufnehmen konnten oder wollten, wurde die Zucht eingestellt. Da die neue Anlage Platz für sechs bis sieben Tierebietet, will der Zoo nun wieder züchten.

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