Coronavirus

Corona: Pasta-Hersteller profitiert von leeren Regalen

Frank Hoppe hat vor einigen Monaten den „Nudelgarten“ am Ludgeriplatz übernommen.

Frank Hoppe hat vor einigen Monaten den „Nudelgarten“ am Ludgeriplatz übernommen.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Frank Hoppe hat das kleine Duisburger Pasta-Geschäft „Nudelgarten“ übernommen. In Zeiten leerer Supermarkt-Regale kaufen viele Kunden bei ihm.

Im Supermarkt sind die Nudel-Regale leer gefegt. Und auch Konserven werden von den Kunden gerne gehamstert. „So gesehen bin ich ein Krisengewinner. Ich produziere regelmäßig nach“, erklärt Frank Hoppe und ist froh, dass er frühzeitig Hartweizen geordert hat. Hartweizen und Wasser, mehr braucht er für seine Pasta nicht. Vor ein paar Monaten hat er die Pasta-Manufaktur „Nudelgarten“ in Duisburg-Neudorf übernommen. Nun ist er froh, dass seine Kunden regelmäßig Nachschub ordern. Den regulären Mittagstisch darf Frank Hoppe nämlich gerade nicht anbieten.

Den Duisburger „Nudelgarten“ gibt es schon seit mehr als 30 Jahren

Seit rund 30 Jahren „wachsen“ im Nudelgarten frische Tagliatelle, Spaghetti und Spirelli. Hoppe hat das Handwerk von seinem Vorgänger Klaus Schüller gelernt. Der hatte Aschermittwoch 1989 eröffnet und sich seitdem einen Namen mit „Dreh- und Bandnudeln“ gemacht.

Dass Hoppe hier gelandet ist, war eher Zufall. Viele Jahre hat sich der Wuppertaler um die Familie gekümmert. Als die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, pilgerte er auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Dabei orientierte er sich nicht etwa an der klassischen Strecke, die im französischen St. Jean beginnt und die auch Hape Kerkeling gelaufen ist. „Ich bin direkt in Wuppertal los gelaufen, es gibt nämlich ganz viele Jakobswege.“ Die Compostela, der Nachweis, dass er jeden Kilometer zu Fuß zurück gelegt hat, hängt nun in seinem Laden. Nach der Rückkehr lernte er dann „Nudel-Klaus“ kennen und heuerte zunächst als Aushilfe an.

Im Ofen dampfen gerade Paprika und gegrillte Zucchini. Dazu dudeln Chansons aus den Lautsprechern. Hoppe tischt normalerweise mittags selbst gemachte Suppen auf. Soßen und Eintöpfe füllt er derzeit ab, damit die Kunden sie zu Hause aufwärmen können. Klassiker wie Tomate-Basilikum gibt’s genauso wie „grünes Pfefferschwein“, verfeinert mit Schweinefilet, etwas Sahne und Thymian. Oder „Neudorfer Porreegemüse mit Lauch und lecker Mett.“ Die Nudeln kosten im Schnitt zwischen 50 Cent und einem Euro pro 100 Gramm. Ab zwei Kilo kann man sich seine Wunsch-Pasta formen lassen. Seine Öffnungszeiten hat er momentan angepasst: Donnerstags bis samstags ist er vor Ort.

„Die Nudeln werden alle mit Bronzeformen gemacht. Damit bekommen sie eine rauere Oberfläche und nehmen die Soße besser auf.“ Rund einen Tag muss die Ware trocknen, dann ist sie fertig für den Verkauf. Für Experimentierfreudige hat Hoppe auch Spinat- oder Schokospirelli im Repertoire. „Die muss man gar nicht süß essen. In mein Chili con Carne gebe ich ein Stück dunkle Schokolade. Das passt hervorragend zusammen.“ Hoppe nimmt die Situation mit Humor: „Desinfektionsmittel und Klopapier gibt’s bei uns nicht. Aber für einen italienischen Abend braucht man nicht viel.“

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