Prozess

Familienvater soll Kinder von Verwandten missbraucht haben

Das Amts- und Landgericht in Duisburg.

Das Amts- und Landgericht in Duisburg.

Foto: Roland Weihrauch / picture alliance/dpa

Duisburg.  Ein heute 40-Jähriger soll ab 2008 Kinder von Verwandten missbraucht haben. Der Angeklagte behauptet, er könne sich die Vorwürfe nicht erklären.

Mit einem schwierigen Strafprozess, in dem es um mindestens 13 Fälle von Kindesmissbrauch geht, hat es das Landgericht Duisburg am König-Heinrich-Platz zu tun. Denn die Taten, die einem 40-jährigen Duisburger vorgeworfen werden, liegen zum Teil mehr als 12 Jahre zurück. Und der Angeklagte bestreitet jede Schuld.

Laut Anklage soll er sich seit 2008 an vier Mädchen vergangen haben. Die Kinder von Verwandten sollen sich zur Tatzeit noch im Grundschulalter befunden haben. Der 40-Jährige, der zunächst in Hochfeld, dann in Wanheimerort wohnte, soll sie vor allem in seiner Wohnung missbraucht haben. Meist, wenn die Kinder bei ihm, seiner Frau und seinen eigenen vier Kindern übernachteten.

Vorwurf sexueller Missbrauch: Taten sind zeitlich nicht näher einzugrenzen

Doch mit den Tatzeiten fangen die juristischen Probleme schon an. Sie sollen sich zwischen 2008 und dem ersten Verdacht im März 2020 ereignet haben. Doch in einer großen Zahl von Fällen lässt sich das gar nicht näher eingrenzen.

„Für meinen Mandanten kamen die Vorwürfe aus dem Nichts“, so die Verteidigerin in einer vorbereiteten Erklärung. Der 40-Jährige weise die Anschuldigungen, die ihn zwischenzeitlich für mehrere Monate in Untersuchungshaft brachten, entschieden zurück.

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Er habe „für die Beschuldigungen keine Erklärung“, teilt seine Anwältin mit. Der Mann habe stets ein gutes Verhältnis zu seinen Verwandten und deren Kindern gehabt, die mit seinen eigenen Kindern aufgewachsen seien.

Angeklagter: „Es hat nie sexuell motivierte Handlungen gegeben“

„Es hat nie sexuell motivierte Handlungen gegeben“, hieß es in der Einlassung. „Mein Mandant hofft, dass sich das im Laufe dieses Verfahrens aufklären wird.“

Seit fast einem Jahr lebt der 40-Jährige aufgrund einer Weisung des Jugendamtes von Frau und Kindern getrennt.

Es ist zu erwarten, dass weite Teile des Prozesses ohne Öffentlichkeit stattfinden. Während der Vernehmungen der heute 15 bis 20 Jahre alten Zeuginnen wird sie voraussichtlich ausgeschlossen werden. Bis Ende Januar sind zunächst nur zwei weitere Sitzungstage vorgesehen.

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