Fußball-Kunst

Fußball-Freestyle: Duisburger (22) will Weltmeister werden

Marcel Gurk aus Duisburg ist Deutscher Meister im Fußball-Freestyle. Bei der WM in Miami möchte der 22-Jährige der beste Freestyler der Welt werden.

Marcel Gurk aus Duisburg ist Deutscher Meister im Fußball-Freestyle. Bei der WM in Miami möchte der 22-Jährige der beste Freestyler der Welt werden.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Marcel Gurk jongliert den Fußball wie kaum Andere. Jetzt steht die WM im Fußball-Freestyle an. Mit Bundesliga-Profis dreht er seine eigene Show.

Marcel Gurk macht am Ball so schnell niemand was vor. Kunstvoll jongliert und balanciert er die Kugel mit all seinen Körperteilen auf dem Bahnhofsvorplatz. Wie ein Magnet klebt das Leder an seinem Fuß. Der 22-Jährige Duisburger ist Fußball-Freestyler. Im November tritt er als Deutschlands Bester bei der Weltmeisterschaft in Miami an. Schon vorher duelliert er sich mit Bundesliga-Profis in seinem ersten eigenen Showformat.

„Mit 12 Jahren habe ich mit dem Freestyle angefangen“, sagt Marcel Gurk. Er spielt zu der Zeit auch Fußball, dribbelt gerne – und gibt den Ball nur ungern an seine Mitspieler ab. „Nach dem Training ging es in den Garten.“ Dort wird die Trickserei geübt. Mit dem Fußballspielen hört er auf, die Liebe zum Ball bleibt aber. „Ein Leben ohne kann ich mir nicht mehr vorstellen.“

Fußball-Freestyle: Marcel Gurk bei der WM in Miami

Mittlerweile ist er zum zweiten Mal Deutscher Meister. Im November steht die Weltmeisterschaft in Miami an. In Duellen wird er sich dort mit anderen Freestylern messen. Drei Minuten dauert so ein Zweikampf, im 30-Sekunden-Takt wechselt der Ball den Spieler. Eine Jury entscheidet mit ihrer Wertung über den Sieger. Bewertet wird in Kategorien etwa wie Kreativität und Ballkontrolle. „Ich trainiere aktuell Tricks, die es so noch nicht gibt.“ So will er überraschen und bei der WM volles Risiko gehen. Sein großes Ziel: Zu den besten 16 Freestylern der Welt gehören. „Ich bin mental gut eingestellt.“

Die stärksten Freestyler der Welt kommen aber aus keiner typischen Fußball-Nation, so Gurk. „Polen und Japan haben starke Teilnehmer“, sagt der Duisburger über die Weltspitze des Sports. Sein Vorbild seit Kindheitstagen kommt aber aus Brasilien – Ronaldinho. Dem Fußball-Weltmeister ist er schon mehrmals begegnet. Und nicht nur das: Gemeinsam haben die beiden Ballverliebten schon getrickst.

Leidenschaft ermöglicht Reise um die ganze Welt

Die Leidenschaft mit dem Ball und sein Können bringen den Duisburger um die ganze Welt. Zuletzt hatte er Auftritte auf den Seychellen und auf Mauritius. Dort hat er seinen mittlerweile zehnten Weltrekord aufgestellt. Er balanciert etwa den Ball am längsten auf dem Schienbein – ganze zehn Minuten, ohne das der Ball den Boden berührt. „Mit acht Jahren konnte ich den Ball schon 500 Mal hochhalten.“

Fußball-Freestyler Marcel Gurk will Weltmeister werden
Fußball-Freestyler Marcel Gurk will Weltmeister werden

Marcel Gurk hat sich einen Namen in der Freestyle-Szene erarbeitet. Von seinem einstigen Hobby kann er leben. Einen Manager hat er nicht. Seine Vermarktung, die Termine – „ich plane alles selbst“, sagt der Student für Sportevent und Medienmanagement. Unterstützt wird er von seinem jüngeren Bruder. Er filmt den Neumühler bei seinen Tricks und begleitet ihn oft bei seinen Reisen. So wie über 100.000 Menschen auf der Fotoplattform Instagram. Auf seinem Account „marcelfreestyle“ teilt er regelmäßig seine Abenteuer und zeigt seine spektakulärsten Tricks.

Fußball-Freestyler Marcel Gurk vs. Bundesliga-Profi

Für ein neues und von ihm erdachtes Showformat steht Marcel Gurk aktuell regelmäßig vor der Kamera. „Kickz versus Trix“ heißt die Sendung des deutschen Fernsehsenders und Internetportals Sport1. Was dort passiert? Der Duisburger tritt in verschiedenen Disziplinen wie Fußballtennis, Ballhochhalten oder Präzisionsschießen gegen Fußballprofis an. „Die erste Folge ist im Kasten.“ Sein Gegner: Michael Gregoritsch vom Bundesligisten FC Augsburg. Neun weitere Episoden sollen folgen. In einem Monat steht aber erstmal die Weltmeisterschaft an. Dann hat der Duisburger die Chance, der beste Freestyler der Welt zu werden.

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