Fußgängerzone als Flaniermeile durch das 20. Jahrhundert

| Lesedauer: 2 Minuten
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Vasen aus den 60ern, Magazine aus den 30ern oder Gemälde aus den 80ern: Der Antikmarkt „Zeitreise Duisburg“ verwandelte die Königstraße wieder in eine Flaniermeile durch das 20. Jahrhundert. Besucher stießen am Wochenende auf Seltenes, Historisches und Kurioses.

Ulf Czellnik führt ein Zeitungskiosk der besonderen Art: An seinem Stand lassen sich Magazine aus den unterschiedlichsten Jahrgängen finden. Von den Titelbildern des „Playboy“ locken Schönheiten aus verschiedenen Epochen mit lasziven Blicken. Der „Kicker“ vom 11. Oktober 1965 grüßt mit „Kaiser“ Franz Beckenbauer auf der Titelseite. „Vor 25 Jahren habe ich damit angefangen, Zeitschriften zu sammeln“, erzählt Czellnik, der sogar das offizielle Spiegel-Antiquariat führt.

Das älteste Magazin, das sich an seinem Stand finden lässt, ist die „Berliner Illustrierte“ aus dem Jahre 1914. Neugierig stöbern die Besucher durch die große Auswahl. „Häufig suchen die Leute Zeitschriften aus ihren Geburtsjahrgängen“, weiß der Magazin-Experte. Czellnik ist regelmäßig auf diversen Antikmärkten unterwegs.

Beate Sachse hat sich in zwei Sparten spezialisiert: Die Händlerin bietet spanische Puppen und Porzellan an. „Doch die Zeit dieser Puppen ist wirklich vorbei. Irgendwie passen die nur noch zum Gelsenkirchener Barock“, schränkt sie ein. Das Porzellan sei jedoch weiterhin gefragt. Sachse führt in ihrer Auslage Stücke aus den traditionsreichen Manufakturen wie Fürstenberg, Kaiser oder Rosenthal. „Häufig wollen meine Kunden ihre Sets komplettieren und suchen nach bestimmten Stücken“, berichtet Sachse. Die Atmosphäre auf der „Zeitreise“ gefällt ihr: „Man schaut auch mal, was die anderen Stände anzubieten haben. Da sind schöne Sachen dabei.“

Volker und Lena Bennerscheidt können auf eine beeindruckende Sammlung von antiken Radios verweisen. „Die haben wir auf Trödelmärkten oder bei Privatverkäufen erstanden. Geschäfte über das Internet sind schwierig“, schildert Bennerscheidt, dessen ältestes Exemplar ein Volksempfänger von 1935 ist. Doch nicht alle Sammlerstücke bietet das Ehepaar auch zum Verkauf an. „Das Braun SK 2 bleibt in unserer Küche“, so der Händler.

Trotz der großen Vielfalt werden nicht alle Besucher fündig. Gerd Hohenstein sammelt Fußball-Abzeichen.

An diesem Samstag zieht er erfolglos davon. Doch dafür ist er bereits im Vorfeld erfolgreich gewesen: „Heute morgen habe ich eine emaillierte Ehrennadel von Viktoria Beeck ersteigert“, erklärt der Sammler.

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