Gericht

Gab sich Räuber als Polizist aus? Duisburger bestreitet Tat

Vor Gericht schilderte der Angeklagte aus Duisburg seine Version der Ereignisse vom 24. Oktober 2019.

Vor Gericht schilderte der Angeklagte aus Duisburg seine Version der Ereignisse vom 24. Oktober 2019.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg  In Hochfeld soll sich ein 31-Jähriger als Polizist ausgegeben und einen Jugendlichen ausgeraubt haben. Vor Gericht bestreitet er die Tat.

Mit einer Visitenkarte der Polizei soll sich ein 31-Jähriger am 24. Oktober 2019 in Hochfeld gegenüber einem Jugendlichen ausgewiesen haben, bevor er sein wahres Gesicht zeigte: Er soll den 16-Jährigen geschlagen und ihm Geld und Wertsachen abgenommen haben. Der Angeklagte bestreitet das vehement.

Die Anklage geht von einem besonders schweren Raub und gefährlicher Körperverletzung aus. Denn der 31-Jährige soll nicht nur mit der Faust, sondern auch mit einem Stock zugeschlagen haben, nachdem der Geschädigte auf Geheiß des angeblichen Beamten seine Taschen ausgeleert hatte. Der Räuber soll 220 Euro, ein Smartphone und zwei Ohrringe mitgenommen haben.

Raub in Duisburg? Angeklagter erzählt andere Version der Geschehnisse

Eine Tat, die der Angeklagte bei Prozessbeginn energisch bestritt. Er sei Drogenkonsument. Am Tattag habe er versucht, in Hochfeld Drogen zu kaufen. „Aber niemand wollte mir etwas geben. Weil sie mich für einen Verräter hielten.“ Ursache sei eine vorangegangene Streitigkeit gewesen, bei der er Strafanzeige erstattete. „Da wurden Leute aufgrund meiner Angaben festgenommen.“

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Aus Angst vor Repressalien habe er zur Tatzeit in einem Zelt im Stadtwald gehaust. Doch das Verlangen nach Drogen trieb ihn nach Hochfeld. Dort sei er schließlich von einem Begleiter des Hauptbelastungszeugen angegriffen und geschlagen worden. Der 16-Jährige habe ihn von hinten festgehalten. „Ich habe mich nur aus dem Griff befreit und ihn dabei im Gesicht getroffen.“

31-Jähriger blieb dabei: „Ich sage die Wahrheit.“

Er habe niemanden mit einem Stock geschlagen, nichts geraubt und sich auch nicht als Polizist ausgegeben. „Aber die glaubten offenbar, ich sei einer. Und sie kannten auch meinen Namen.“ Die Belehrung des Vorsitzenden, dass es angesichts einer Mindeststrafe von fünf Jahren sinnvoll sei zu gestehen, wenn es denn etwas zu gestehen gebe, irritierte den Angeklagten nicht. „Ich weiß das. Aber es war so wie ich das gerade erzählt habe.“ Das Verfahren soll am 3. Februar fortgesetzt und beendet werden.

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