Corona

Gefangen im Paradies – Duisburger sitzen auf Kuba fest

Luigi und Laura Theresa Dimo sitzen nach einer Rundreise in einem kubanischen Hotel fest.

Luigi und Laura Theresa Dimo sitzen nach einer Rundreise in einem kubanischen Hotel fest.

Foto: Dimo

Kuba/Duisburg-Rahm.  Ein Duisburger Ehepaar sitzt auf Kuba fest. Ihr Flug wurde wegen des Coronavirus’ storniert. Sie sagen: „Entspannt sind wir aber nicht mehr.“

Varadero an der Küste Kubas ist für seine langen, weißen Sandstrände bekannt. Das Thermometer klettert hier auch schon im Frühling bis auf 30 Grad. Ein Traumziel für viele Urlauber. Für Laura Theresa Dimo (28) und ihren Mann Luigi (30) ist das Traumziel jedoch zum Alptraum geworden. Das Ehepaar aus Rahm hängt wegen der Coronakrise auf Kuba fest. Wann es für die beiden zurück nach Deutschland geht, steht in den Sternen.

Die beiden Duisburger pendeln derzeit zwischen Strand und Hotellobby, das Handy haben sie immer dabei. „Entspannt sind wir aber nicht mehr. Wir haben Angst, hier vergessen zu werden“, berichtet Luigi Dimo.

Corona: Duisburger erhielten Info über Flug-Absage per E-Mail

Eigentlich sollte das Paar schon wieder zurück in Deutschland sein: Seit dem 7. März waren die beiden Duisburger auf eigene Faust durch die Karibik gereist. Von Havanna ging es über Cienfuegos, Trinidad nach Varadero. Der Rückflug war für den 24. März geplant. Die Route: Havanna - München - Frankfurt. Am Samstag vergangener Woche kam dann die böse Überraschung: Per E-Mail teilte Condor den Duisburgern mit, dass der Rückflug storniert sei. „Wir waren fassungslos“, erzählt Luigi Dimo.

Nach Aufforderung von der Fluggesellschaft haben sich die Dimos auf der Condor-Homepage in eine Rückholliste eingetragen. Nach 24 Stunden erhielten sie eine Bestätigung vom Auswärtigen Amt, dass sie im Programm vorgemerkt seien. Einen Tag später musste das Ehepaar den Rückreise-Wunsch noch einmal per Klick bestätigen. „Dann haben wir erstmal nichts gehört“, berichten die Reisenden frustriert. Am 24. März hat die kubanische Regierung die Grenzen für Einreisende dicht gemacht. Die Ausreise ist noch möglich – aber sehr beschwerlich, wie das Beispiel der Rahmer zeigt.

Urlaubern bleibt in Kuba nur das Warten

Gemeinsam mit weiteren Individualreisenden haben sie Kontakt zur deutschen Botschaft in Havanna aufgenommen. Dort riet man den Touristen, neue Flüge zu buchen. „Wir haben aber keine bezahlbaren Flüge gefunden“, sagt Luigi Dimo. Die Tickets würden derzeit 3700 Euro und mehr kosten.

Also bleibt den Urlaubern aus dem Duisburger Süden nur Warten. „Wir fühlen uns von der Fluggesellschaft und der deutschen Regierung im Stich gelassen“, sagen sie. Die Pauschaltouristen seien schon ausgeflogen worden, auch die Amerikaner und Kanadier konnten das Land bereits verlassen.

Am Mittwoch musste das Ehepaar in ein staatliches Hotel umziehen. Dort wartet es zusammen mit Reisenden aus Belgien, den Niederlanden und Frankreich. Am Donnerstag erschien dort ein Vertreter der deutschen Botschaft. Er legte den Duisburger in ausgedruckter Form genau das Formular vor, das sie online bereits ausgefüllt hatten. „Die Botschaft wolle sich einen Überblick darüber verschaffen, wie viele Deutsche noch auf Kuba sind, hat der Mann erklärt“, so Luigi Dimo. Sonderflüge seien geplant, Vorrang hätten jedoch ältere Menschen, die Medikamente brauchen, und Familien mit Kindern. „Welche Maschine wir bekommen, können wir immer noch nicht absehen“, verzweifelt Dimo.

Viele offene Fragen

Klar ist: „Jeder Tag hier kostet Geld“, so Dimo. Ob die Kosten jemals zurückerstattet werden, sei unklar. Die Arbeitgeber der beiden Bauingenieure hätten verständnisvoll reagiert. Aber auch dort wisse man nicht so richtig, wie man rechtlich mit der Situation umgehen soll.

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