Folgen des Sturmtiefs

Im Rhein bei Duisburg versunkener Kran ist geborgen

Kran, der am 9. März bei Sturmtief „Dragi“ vom Ufer in Hochfeld hinab in den Rhein stürzte, wird nun geborgen.

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Duisburg.   Ein Drahtseilakt: Der seit dem 9. März im Rhein bei Duisburg versunkene Verladekran wurde am Donnerstag gehoben.

Jedes der vier Stahlseile ist so dick wie ein Unterschenkel. Bergungsleiter Klaas Scheffer und sein achtköpfiges Team haben die je 800 Kilo schweren Exemplare an zuvor genau berechneten Punkten des untergegangenen Hebekrans befestigt. Diesen hatte das Sturmtief „Dragi“ am 9. März vom Ufer in Hochfeld hinab in den Rhein stürzen lassen. Seitdem ruhten die zermalmten Überreste des umgepusteten Giganten in den Fluten. Doch nun wurde er geborgen.

Von Vlissingen nach Duisburg

Seit Dienstag haben gleich zwei Schwimmkräne der Firma Hebo Maritime GmbH an der Absturzstelle Position bezogen. Vorher waren sie noch im niederländischen Vlissingen im Einsatz. „Dort mussten wir ein untergegangenes Binnenschiff aus 25 Metern Wassertiefe bergen“, erklärt Reimer Druschel. Er ist der Leiter der deutschen Niederlassung von Hebo – und die hat ihren Sitz auf dem Logport-Gelände in Rheinhausen.

Die Vorbereitungen für den – im wahrsten Sinne des Wortes – Drahtseilakt liefen am Mittwoch auf Hochtouren.

Sturm riss Kran aus der Verankerung

Das Unglück hatte sich auf dem Gelände der Masslog GmbH ereignet. Dies ist ein Umschlagsbetrieb mit Sitz an der Hochfelder Wörthstraße – in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kupferhütte (DK Recycling) gelegen. Der zerstörte Verladekran, ein so genannter Wippdrehkran, war im Dienstalltag auf Schienen unterwegs. Er wurde genutzt, um aus am Ufer festgemachten Binnenschiffen Schüttgüter wie Koks oder Kohle zu entladen. An Land wurden sie entweder als kleine Halden aufgetürmt und deponiert oder vom mächtigen Krangreifer gleich in Zugwaggons oder auf eine Förderbandanlage zur Weiterverarbeitung abgelassen.

Am Unglückstag war der Kran aber nicht in Betrieb. „Er war auch vorschriftsmäßig mit Schienenzangen befestigt“, sagt Franz Bahner. Er ist Disponent und stellvertretender Betriebsleiter bei Masslog. Das Sturmtief sei aber derart heftig gewesen, dass der 260 Tonnen schwere Kran aus der Verankerung gerissen wurde, Teile der Schienenanlage zerstörte und die stählernen Prellböcke am Ende der Gleise mit in die Tiefe riss. „Unten im Wasser lag an diesem Tag ein beladenes und mit Personen besetztes Binnenschiff. Wir hatten Glück im Unglück, dass der herabstürzende Kran das Schiff ganz knapp verfehlt hatte“, schildert Bahner. Überhaupt sei es das Allerwichtigste, dass bei diesem Vorfall keine Personen zu Schaden gekommen sind“, so der Masslog-Mitarbeiter.

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