Ruhrtriennale

Kat Frankie predigt im Duisburger Landschaftspark Musik

Kat Frankie in der Gebläsehalle im Landschaftspark Nord.

Kat Frankie in der Gebläsehalle im Landschaftspark Nord.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Kat Frankie und die Band „Woods of Birnam“ spielten in Duisburg ein Doppelkonzert. Der große Star des Abends war aber ein Instrument.

Mit einem Doppelkonzert von Kat Frankie und der Indie-Pop-Band „Woods of Birnam“ gastierte die Ruhrtriennale in Duisburg. Vor allem die Sängerin mit dem riesigen roten Hut begeisterte das junge Publikum im Landschaftspark. Schon in ihrer australischen Heimat hat sie von dem stillgelegten Hüttenwerk gehört und war sofort fasziniert:

Bei den Woods of Birnam ist in Duisburg der Synthie der Star

In der gesundgeschrumpften Gebläsehalle – nur das erste Drittel war für das Publikum zugänglich – betrat zuerst die Combo „Woods of Birnam“ die Bühne. Frontmann der Band ist der „Babylon Berlin“-Schauspieler Christian Friedel, die restlichen vier Musiker sind ehemalige Mitglieder der Band „Polarkreis 18“. Die Stars auf der Bühne waren am Freitag aber eindeutig die Synthies und Pianos. Gleich vier davon standen auf der Bühne, bloß der Schlagzeuger durfte sich ganz seinem Instrument widmen.

Die vier Tasteninstrumente sorgten dann auch maßgeblich für den opulenten Sound der Band. Mit riesigen Akkordwänden und viel Elektro-Effekt walzte „Woods of Birnam“ das Publikum nieder, über die sehr konsonanten Harmonieblöcke legte Christian Friedel seine androgyne Stimme, die auch eher als Instrument diente, statt, ganz klassisch, bloß die Melodie zu liefern.

Beide Künstler setzen auf Harmoniegesang

Die sehr elektrischen und bis ins kleinste Detail durchkomponierten Songs lockerten die Musiker hin und wieder mit ganz besonderen Highlights auf. Zum einen mit, ebenso perfektem wie sterilem, Harmoniegesang, mit dem überraschenden Einsatz einer akustischen Gitarre oder, ganz besonders, einer Ballade von Christian Friedel ganz allein am Klavier. So überwältigend und gigantisch die starren Ostinato-Songs zuvor auch waren, die Pianoballade ohne jedes Gimmick war das stärkste Stück der „Woods of Birnam“.

Am späten Abend betrat dann die Wahlberlinerin Kat Frankie die Bühne, ganz in rot und mit einer wirklich hervorragenden Band. Sehr organisch und vor allem sehr geschmackvoll legten die vier Musiker das Fundament für den unumstrittenen Star der Show – Kat Frankies Stimme. Schnörkellos, ohne Schnickschnack, aber dafür mit einer ungeheuren Präsenz führte die Stimme das begeisterte Publikum durch die Songs des neuen Albums „Bad Behaviour“. Wie ihre Vorband hatte auch Kat Frankie Synthesizer im Gepäck – nutze sie allerdings wesentlich sparsamer als die „Woods of Birnam“.

Kat Frankie liebt den Landschaftspark

Obwohl die Songs von Kat Frankie allesamt eher in eine moderne Soul-Richtung tendierten, wagte die Band um die Sängerin auch Ausflüge in den Gospel oder den Funk. Vor allem Gitarrist Richie Setford lieferte viele Licks, die das, hin und wieder, etwas schwermütige Konzert in eine echte Funkshow verwandelte.

Dabei beeindruckten Kat Frankie und ihre Band längst nicht nur musikalisch. Eine sehr unaufgeregte, aber dynamische Bühnenshow sorgte auch für optische Highlights. In einem roten Gewand und mit einem riesigen roten Hut wirkte Kat Frankie wie ein Priester, und zusammen mit den anderen Musikern predigte sie ihre Musik. Die Australierin war aber nicht immer Musikerin, in ihrer Heimat hat sie Design studiert. „Da haben wir den Landschaftspark ausführlich besprochen“, erinnerte sich die Sängerin. „Und als ich zur Traumzeit das erste Mal hier war, war ich schon ein bisschen neidisch, dass ihr hier hinkommen könnt, wann ihr wollt“, erzählte Kat Frankie dem begeisterten Duisburger Publikum.

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