Konzert in der Kirche

Das Tamigu-Trio begeistert in Rheinhausens St. Marien-Kirche

Musiker des Tamigu-Trio musizieren am Freitag der katholischen St. Marien Kirche in Rumeln.  Foto:

Musiker des Tamigu-Trio musizieren am Freitag der katholischen St. Marien Kirche in Rumeln. Foto:

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Rumeln-Kaldenhausen.  Zum Patronatsfest stimmt in der Marienkirche das Tamigu-Trio zahlreiche Stücke zu Ehren der Mutter Gottes vom Barock bis in die Gegenwart an.

Das jüngste Patronatsfest in St. Marien bestand nicht nur aus dem sonntäglichen Gottesdienst. Vielmehr hatte Pfarrer Andreas König am Freitagabend ein andächtiges Konzert in der Kirche mit dem Tamigu-Trio organisiert. „Es ist eine marianische Ausrichtung bei der Zusammenstellung der Werke durch die Jahrhunderte dabei zu ersehen“, sagte der Geistliche zu Beginn des Konzerts.

Unter dem Motto „Maria, breit den Mantel aus“ hatte der Leiter des Tamigu-Trios, Günther Wiesemann, Stücke bekannter und weniger bekannter Komponisten mit Bezügen zur Gottesmutter Maria zusammengestellt. Vor dem großen bronzenen Rosenkranz, der aus 14 Elementen besteht und hinter dem Altar hängt, breitete sich ein schwebender Klang aus bei dem doch sehr meditativen, aus der Romantik stammenden Intro „Sancta Maria“ von Jean-Baptiste Fauré. Dabei spielte Michael Nachbar, ehemaliger 1. Violinist der Czernowitzer Kammerphilharmoniker, mit weichem Strich auch die schwierigen Terzen auf seiner Geige.

Wer jetzt dachte, dass beim Einsatz von Schlagwerk automatisch laute Töne entstehen müssen, sah sich getäuscht. Günther Wiesemanns Eigenkomposition „meditazione“ entwickelte eine in sich gekehrte Grundstimmung. Spannend hierbei, dass das Schlagwerk von zwei Stellen des Raumes bedient wurde: Unten am Altar schlug Günther Wiesemann den kleinen Gong, und oben auf der Orgelbühne spielte Tamara Buslova dazu wahlweise das kleine Glockenspiel oder die Triangel zur Melodieführung der Violine von Michael Nachbar. Es hatte schon etwas Experimentelles. Die knapp 50 Zuhörer empfanden das aber positiv, schlossen teilweise die Augen und meditierten.

Genauso wie das 15-minütige an Neue Musik erinnernde Werk Wiesemanns mit dem Titel „Illumination“. Der Hattinger spielte dabei die aufwühlenden, Licht bringenden Akkorde auf der Orgel selbst ein, Michael Nachbar variierte das fast durchgängige Motiv an der Violine, und Tamara Buslova harmonisierte mit dem Schlagwerk so manch bedrohlich klingenden Orgelton des Schlussthemas. „Wegen der hohen Synchronizität“ befanden sich die drei Musiker dabei auf der Orgelbühne.

„Ave Maria“ von Schubert und Bach

Ein beherztes „Ave Maria“ von Franz Schubert spielten Violinist Michael Nachbar und Tamara Buslova an der Orgel. Nachbar brachte die Geige regelrecht zum Schluchzen, als er bitonale Sequenzen auf ihr schuf, so manchen Ton des Originals variierte und somit dem Klassiker den persönlichen Schliff verlieh. Dagegen klang das „Ave Maria“ von Bach/Gounod näher an der bekannten Version, Buslova begleitete bravourös mit einer unaufdringlichen Orgel, so dass dem Violinisten genug Freiraum für die Melodie blieb.

Ein eher unbekanntes „Largo“ von Francesco Maria Veracini aus der Periode des ausgehenden Barocks inspirierte das Publikum nach dem Applaus, das für das Patrozinium geschaffene Lied „Maria, breit den Mantel aus“ anzustimmen.

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