Ausstellung

Künstler lässt in Duisburg knackige Jungs rotieren

Alexander Kuczewski am „Spielautomaten“ mit eingebautem Zufall, aber ohne Knöpfe, mit denen man vermeintlich das Glück zwingen kann.

Alexander Kuczewski am „Spielautomaten“ mit eingebautem Zufall, aber ohne Knöpfe, mit denen man vermeintlich das Glück zwingen kann.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Zum Ende seines Aufenthaltsstipendiums in Duisburg zeigt Alexander Kuczewski die Ausstellung „Crémant/*!“*/“ Und spielt dabei mit Erwartungen.

Mit Klang und Bewegung arbeitet Alexander Kuczewski fast immer in seinen Arbeiten, inhaltlich spielt er mit Erwartungshaltungen. So ist auch der Titel der Ausstellung „Crémant/*!“*/“ zu verstehen, den er zum Abschluss seines Aufenthaltsstipendiums der Stadt Duisburg jetzt im Künstlerhaus Goldstraße zeigt. Zugleich ist es die erste von fünf Ausstellungen, die das Platzhirsch-Festival zeigt – sozusagen als Aperitif vor dem Festivalwochenende 30. August bis 1. September serviert.

Ein Schaumwein, aber eben kein Champagner

Der Schaumwein Crémant kann hochklassig sein, ist aber kein echter Champagner; die Bezeichnung Crémant wurde in den 80er Jahren auf Wunsch der Franzosen eingeführt, die sich gegen die Verwendung der „méthode champenoise“ von Winzern außerhalb der Champagne wehrten. „Also ein Pseudo-Champagner“, sagt Kuczewski. „Ein bisschen Fake“ sind auch die Teile seiner Rauminstallation. Darin spielt er mit Glückserwartungen und Wünschen.

Die nicht schwimmfähigen Bootsformen aus Keramik, die auf Metallgestellen stehen, können Fernweh wecken. Sie dienen aber auch als Resonanzkörper, die von kleinen, elektronisch bewegten Klöppeln in komponierter Reihenfolge angeschlagen werden.

Muskulöse Männer balancieren Tabletts

Auf Zufall basiert auch der Teil der Installation, der auf einer Metallplatte gebaut ist und unter einer grell zuckenden LED-Lampe steht. Auf Schrittmotoren sind Dart-Pfeile montiert, auf deren Flügeln braun gebrannte, muskulöse Männer auf Tabletts wahrscheinlich Crémant servieren. Das Sirren der Motoren, die Drehbewegungen der knackigen Jungs, die immer wieder kurz stehen bleiben, erinnern an Spielautomaten. Hier ist der „Jackpot“, wenn alle drei in einer Reihe stoppen – zu gewinnen gibt es aber nichts. Außer natürlich die Begegnung mit einem künstlerischen Spiel, das Freude macht und dazu anregt, beim Hinschauen und Hinhören über Zufall, Glück und Enttäuschung zu philosophieren.

Die Ausstellung bleibt bis zum 8. September an der Goldstraße 15 (geöffnet samstags und sonntags 15 bis 18 Uhr), Finissage Sonntag, 8. September, 15 Uhr.

Weitere Platzhirsch-Ausstellungen rund um den Dellplatz

Weitere Platzhirsch-Ausstellungen sind „Duisburg in Bildern“ (DUiB ist eine fotografierende Facebook-Gruppe) im Second-Hand-Laden rebo-chic an der Goldstraße, „Ubuso“ (das Zulu-Wort für „Gesichter“) von Arno Gendreizig im Keller der Kirche St. Joseph, „Modifikationen“ von Axel Limpert im Grammatikoff und „daily black and white“ (Fotos des Literaturkurses der Gesamtschule Mitte) in der Archivgalerie DU Art am Dellplatz.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben