Die Prinzen

Küssen verboten: Duisburger Fans lieben „Die Prinzen“

Vor 20 Jahren war die Musikgruppe „Die Prinzen“ schon einmal in Duisburg, damals im Wedau-Stadion. Das Publikum ist textsicher.

Vor 20 Jahren war die Musikgruppe „Die Prinzen“ schon einmal in Duisburg, damals im Wedau-Stadion. Das Publikum ist textsicher.

Foto: Michael Dahlke

Duisburg.   Die populäre A-capella-Band „Die Prinzen“ war für ein Konzert in Neumühl zu Gast. Die Lieder der Leipziger Band sind noch immer aktuell.

Küssen verboten: 20 Jahre ist es her, dass „die Prinzen“ in Duisburg waren - zuletzt traten sie im Wedau-Stadion als Vorgruppe von Gianna Nannini auf. Die Duisburger nehmen es der A-capella-Gruppe nicht übel, sie lassen sich von Frontmann Sebastian Krumbiegel per Fingerschnipsen dirigieren. Das Gotteslob bleibt an diesem Abend in der Schublade, stattdessen wird im Schmidthorster Dom gerockt. Rund 550 Besucher quetschen sich auf die Kirchenbänke, Pater Tobias schleppt noch ein paar Klappstühle an. So voll ist das Gotteshaus sonst höchstens bei der Erstkommunion. Dem engagierten Pater soll’s recht sein. Er nutzt die Minuten vor dem Konzert, um für die Kirche und das Projekt Lebenswert zu werben. „Vielleicht besucht der eine oder andere ja später einmal einen Gottesdienst. Kirche muss näher an die Leute“, findet er und freut sich über den Besuch der Musikgruppe.

Alle Hits im Gepäck - Zuhörer sind textsicher

Für die Sänger Sebastian Krumbiegel, Tobias Künzel, Henri Schmidt, Wolfgang Lenk und Jens Sembdner sind die Auftritte in Kirchen indes nichts ungewöhnliches: Vier von ihnen haben im Thomaner-Chor gesungen, Jens Sembdner war Mitglied des Dresdner Kreuzchors. „Ihr habt eine richtig schöne Kirche hier. Warum waren wir so lange nicht da?“, fragt ein gut aufgelegter Sebastian Krumbiegel und sprintet zum Publikum durch die Kirchenbänke. Dann folgt ein Hit auf den anderen: „Gabi und Klaus“, „Mann im Mond“, „Millionär“ „Alles nur geklaut.“ Die Texte, obwohl Jahrzehnte alt, sind überraschend aktuell. Im Song „Fahrrad“ singen sie ihrem Drahtesel ein Liebeslied, denn „Jeder Popel fährt nen Opel, jeder Affe fährt nen Ford (...) Nur Genießer fahren Fahrrad und sind immer schneller da.“ Mit „Bombe“ positionierten sich die Sänger schon 1992 gegen rechte Tendenzen in der Gesellschaft. Der Mix aus klaren Ansagen und melodischem Deutsch-Pop kommt auch heute noch an. Nur die Zeilen „Du musst ein Schwein sein auf dieser Welt“ dürften die Mitglieder der katholischen Kirche naturgemäß anders sehen. Aber jetzt ist ja gerade kein Gottesdienst. Stattdessen drehen sich vor dem Altar Lichteffekte.

Dank ans treue Publikum

Glücklich kann sich schätzen, wer im Mittelschiff einen Platz ergattert hat. An den Ränder hallt der Sound ein wenig. Doch die Duisburger sind trotzdem zufrieden. Besucherin Manuela schwärmt: „Wenn die Prinzen schon mal nach Neumühl kommen, dann muss man sich die doch auch anschauen. Toll war’s.“ Die meisten Texte kannte sie noch von früher. Für Anke Johannsen, selbst Sängerin, war das Konzert eine Begegnung mit den Helden ihrer Jugend. „Es ist beeindruckend, dass die Musik auch heute noch funktioniert“, sagt sie. Sebastian Krumbiegel bedankt sich seinerseits bei den Fans: „Es ist schön, was wir Abend für Abend erleben dürfen. Das wissen wir sehr zu schätzen. Wir sind seit 30 Jahren auf Tour und wir werden immer Musik machen.“

>> Nachfolger der „Wise Guys“ im November zu Gast

Pater Tobias nutzt die Gelegenheit und sammelt am Ausgang noch Spenden für sein Projekt. „Wir arbeiten mit einer Agentur zusammen, die uns Künstler und Musiker vermittelt“, erklärt er. So war zum Beispiel auch schon Vicky Leandros zu Gast.

Das nächste Konzert findet am 15. November statt. Dann sind „Alte Bekannte“ zu Gast, die Nachfolge-Band der „Wise Guys“. Die Tickets kosten 32 Euro im Vorverkauf.

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