Gericht

Kurioser Roller-Raub blieb vor Duisburger Gericht ungeklärt

Mit einem kuriosen Raub eines Schrottrollers muss sich das Amtsgericht Duisburg beschäftigen. Im ersten Anlauf fehlten bei einem Prozess gegen einen 24-jährigen Mann aus Hochemmerich sämtliche Zeugen.

Mit einem kuriosen Raub eines Schrottrollers muss sich das Amtsgericht Duisburg beschäftigen. Im ersten Anlauf fehlten bei einem Prozess gegen einen 24-jährigen Mann aus Hochemmerich sämtliche Zeugen.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Wegen räuberischer Erpressung stand ein Duisburger (24) vor dem Amtsgericht. Beute war ein Roller im Wert von 100 Euro. Der Angeklagte schwieg.

Warum zwei Männer in der Nacht zum 2. März 2019 einen Roller durch Alt-Homberg schoben, ist nicht bekannt. Allerdings sollen sie auch nicht sehr weit gekommen sein. Drei Personen stellten sich ihnen in den Weg und forderten den Roller. Dann sollen sie damit verschwunden sein. Einer der mutmaßlichen Täter, ein 24-jähriger Mann aus Hochemmerich, stand nun deshalb vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz.

Die Anklage wirft ihm räuberische Erpressung vor. Gemeinsam mit zwei bislang unbekannten Mittätern soll er das Duo mit dem Roller, der ganze 100 Euro wert war, gegen 2.20 Uhr angesprochen haben. „Gebt den Roller her, sonst ziehe ich ein Messer“, soll ein Begleiter des Angeklagten gedroht haben. Das reichte, um die beiden Männer – einem gehörte der Roller – derart zu ängstigen, dass sie das Fahrzeug heraus gaben.

Räuber fuhren mit Schrottroller davon

Die drei Räuber sollen sich anschließend auf das Zweirad geschwungen haben und davon gefahren sein. „Wir bringen ihn in fünf Minuten zurück“, soll jemand aus dem Trio noch gesagt haben. Das geschah allerdings nicht. Den Roller fand die von den beiden Beraubten alarmierte Polizei kurze Zeit später ganz in der Nähe.

„Als Angeklagtem steht es ihnen frei, etwas zur Sache zu sagen oder zu schweigen“, belehrte der Vorsitzende des Schöffengerichts den 24-Jährigen. Dessen Verteidiger zuckte bedauernd mit den Schultern: „Mein Mandant wird keine Angaben zur Sache machen“, erklärte er. „Eine geständige Einlassung ist unter diesen Umständen ohnehin nicht zu erwarten“, sagte der Anwalt, der dabei in jene Richtung wies, aus der Zeugen den Saal betreten hätten. Nicht einer war erschienen. Das Gericht in Duisburg wird sich also in einiger Zeit nochmals mit diesem kuriosen Raub beschäftigen müssen.

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