Freizeit

Mensch ärger dich nicht: Brettspiel als Trainings-Modell

Robert und Angelina heben Lisa in die Luft. Sie haben eine „6“ gewürfelt und mussten eine Figur darstellen. Hier durften nur zwei Füße die Matte berühren.

Robert und Angelina heben Lisa in die Luft. Sie haben eine „6“ gewürfelt und mussten eine Figur darstellen. Hier durften nur zwei Füße die Matte berühren.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Neudorf.  Mit „Spiel dich fit“ hat der Tanzverein „Golden Fifties“ das Spiel„Mensch ärger dich nicht“ sportlich interpretiert. Unser Autor hat mitgemacht.

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Bei Gesellschaftsspielen sind die körperlichen Anstrengungen meistens auf die Kopfarbeit und das Bewegen von kleinen Figuren oder Karten begrenzt. Beim Rock’n’Roll Club (RRC) „Golden Fifties“ ist das anders. Der Verein hat zu „Spiel dich fit“ in die Turnhalle an der Grabenstraße eingeladen. Dort bekommt das klassische Brettspiel „Mensch ärger dich nicht“ eine ganz neue sportliche Note – eine ziemlich schweißtreibende.

Für jede gewürfelte Zahl gibt’s eine Aufgabe

Das Spiel geht so: Auf einem Turnkasten steht das kleine Spielfeld, auf der anderen Seite die Mannschaften. Aus jedem Team darf jeweils ein Spieler zum Brett laufen, würfeln und die Figuren bewegen. Danach geht es an eine der sechs Stationen – je nachdem, welche Zahl der Würfel zeigt. Ich bin mit Angelina und Robert im Team, beide ziemlich sportlich und fit. Robert kommt selbst aus dem Tanzsport. Das sollte uns schon schnell nutzen. Ich bin eigentlich kein großer Gesellschaftsspieler, meine letzte Partie „Mensch ärger dich nicht“ liegt schon einige Jahre zurück. Am Anfang darf jeder von uns dreimal würfeln, bis wir eine Sechs haben. Dann darf das erste von vier Püppchen aufs Spielfeld. Die Sechs bedeutet aber auch, dass eine Teamaufgabe gelöst werden muss. Die sieht dann so aus, dass wir eine Karte bekommen, auf der so etwas steht wie: „Vier Hände, vier Füße“. Das sind dann die einzigen Körperteile, die den Boden berühren dürfen. Während ich noch darüber rätsele, wie das zu bewerkstelligen ist, haben Robert und Angelina schon die Idee entwickelt, dass die beiden einen Handstand machen und ich sie stehend festhalte: Aufgabe gelöst.

Aufwärmtraining lustig gestalten

Jetzt geht es ans Würfeln – immer abwechselnd hetzen wir nach vorne. Die Eins ist halbwegs erholsam: Am Seil muss ich von einer flachen Turnkiste auf eine Matte schwingen. Zweimal hintereinander die Fünf zu würfeln, finde ich dagegen gar nicht lustig: In Liegestütz-Position muss man da um eine große Turnmatte herum. Die Zwei verlangt eine Rolle vorwärts. Ich glaube, dass habe ich zuletzt in der Schulzeit gemacht. Wie beim Brettspiel so üblich, werden auch mal Püppchen rausgeworfen, dann war die ganze Anstrengung umsonst, da bekommt das „Nicht-Ärgern“ eine ganz neue Dimension. Das Spiel dauert im Ganzen eine gute Stunde. Ich bin ziemlich schweißgebadet und auch meine beiden Mitstreiter sehen zumindest angestrengt aus, genauso wie die anderen zwei Teams – insgesamt gibt es neun Teilnehmer. Aber es hat ziemlichen Spaß gemacht und war ein gutes Ganzkörpertraining. Die Idee dazu hatte die RRC-Trainerin Christina Breustedt. „Wir haben das in abgeschwächter Form schon einmal als Aufwärm-Übung vor dem Training gespielt.“ Es seien Elemente der Kondition, Kraft und einem kleinen Bisschen Akrobatik enthalten. All das also, was auch beim Tanzen benötigt wird. „Wir wollten so das Aufwärmtraining lustiger gestalten, als nur im Kreis herumzulaufen. Es ist wie ein Zirkeltraining, nur in lustig.“ Timo Stachelhaus, erster Vorsitzender der Rock’n’Roller und selbst Teilnehmer, sagt am Ende: „Für das erste Mal sind wir mit der Beteiligung zufrieden. Beim nächsten Mal würden wir uns noch über einige neue Gesichter mehr freuen.“

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