Zweitliga-Duell

MSV gegen Fortuna - Warum das „Straßenbahn-Derby“ diesmal keins ist

MSV-Fans kommen am Freitag in Düsseldorf nur mit Bussen ins Stadion.

MSV-Fans kommen am Freitag in Düsseldorf nur mit Bussen ins Stadion.

Foto: waz

Duisburg.  Für MSV-Fans endet die Anreise zum Spiel bei Fortuna Düsseldorf am Freitag in Wittlaer oder muss über den Flughafen oder sogar den Rhein erfolgen - aus Sicherheitsgründen.

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Duisburg gegen Düsseldorf, MSV gegen Fortuna, das ist das Duell der Nachbarstädte, das traditionell auch als „Straßenbahn-Derby“ bezeichnet wird. Schließlich verbindet die U79 die Nachbarn am Rhein, fährt von Meiderich bis zur Düsseldorfer Altstadt und bringt die Fans in 40 Minuten vom Duisburger Hauptbahnhof in die Nähe der Arena in der Landeshauptstadt. Diesmal aber ist das Zweitliga-Duell (Freitag, Anstoß 18.30 Uhr) kein echtes Straßenbahn-Derby: Die Anreise über die Gleise endet kurz hinter der Stadtgrenze — aus Sicherheitsgründen.

MSV-Fans, zumindest die als solche erkennbar sind, müssen in Wittlaer aussteigen und werden mit Shuttle-Bussen direkt zur Arena gebracht. Die U79 wird allerdings nicht unterbrochen, sondern fährt dann wie üblich weiter — zumindest für alle anderen Fahrgäste.

Die Düsseldorfer Polizei rät den Duisburger Fans dennoch, die U79 zur Anreise „möglichst zu vermeiden“, da es bei dem Bus-Shuttle „zu zeitlichen Verzögerungen kommen könnte“.

Die Maßnahme ist vor allem dem Sicherheitskonzept geschuldet: Die Anhänger beider Clubs sollen sich möglichst nicht begegnen, die U79 fährt zudem an einer Kneipe vorbei, die als Fan-Treffpunkt der Fortuna gilt.

„Erhöhtes Risiko“

Ob das Duell als Risiko-Spiel eingestuft wird, obliegt der Polizeibehörde in Düsseldorf, die sich erst nach ihrer großen Lagebesprechung am Donnerstagmorgen festlegen will. Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze der Landespolizei in Duisburg sieht in jedem Fall ein „erhöhtes Risiko“, wie ein Sprecher unserer Redaktion am Mittwoch sagte: „Die Fans beider Vereine gehen traditionell nicht freundlich miteinander um. Und beim Blick auf die Tabelle erkennt man, dass es bei diesem Derby auch um einiges geht.“ Letzter gegen Drittletzter, das ist Abstiegskampf, ein Kellerduell.

Die Anreise-Alternative zur U79 führt über den Düsseldorfer Flughafen: Am Fernbahnhof des Airports halten die beiden Sonderzüge der Deutschen Bahn, die acht Minuten vorher am Duisburger Hauptbahnhof (15.49 und 16.15 Uhr) losfahren sollen. Von dort sollen MSV-Fans ebenfalls in Shuttle-Busse steigen und dann durch die Polizei „auf dem kürzesten Weg zum Block in der Arena gelotst“ werden.

MSV-Fans nutzen aber sogar den Rhein zur Anreise: Ein Fanclub hat die „River Dream“ gechartert, einen schmucken Flusskreuzer mit Kronleuchtern und Marmorboden, der 530 Duisburger vom Ruhrorter Hafen in drei Stunden nach Düsseldorf schippert. 200 Liter Freibier und Party-Livemusik der Mallorca-Cowboys inklusive. Vom Schiffsanleger werden die Fans dann direkt mit Bussen zum Arena-Gästeeingang gebracht.

Der sei nur mit den Shuttle-Bussen erreichbar, betont die Düsseldorfer Polizei: Generell habe die Sicherheit höchste Priorität, gegen Gewalttäter wolle man konsequent vorgehen.

Details: Anreise per Pkw und per Schiff

Für Fans, die mit dem Auto nach Düsseldorf fahren ist der Parkplatz „P2“ reserviert (Navi-Eingabe: Europaplatz 2). Er liegt unmittelbar an der Arena und dem nur für Gäste vorgesehenen Eingang Nord-Nord-West.

Für Fans, die sich für die Anreise per Schiff interessieren: Das Ticket (nur Hinfahrt und ohne Eintrittskarte fürs Stadion) kostet 22 Euro. Die „River Dream“ läuft gegen 14 Uhr am Ruhrorter Hafen (Gustav-Sander-Platz 1, 47119 Duisburg) aus. (Fahrzeit: voraussichtlich 3 Stunden). Infos und Reservierung: http://www.zebrasauswaerts.de/