Soziales

Duisburg: Der Sozialverband VdK kämpft gegen Altersarmut

„Man muss von der Rente leben können“ lautet die zentrale Forderung des Sozialverbands VdK.

„Man muss von der Rente leben können“ lautet die zentrale Forderung des Sozialverbands VdK.

Foto: Felix Kästle / dpa

Duisburg-Walsum.  Soziale Probleme in Duisburg wachsen stetig. Dies kritisiert der VdK aus Walsum. Durch Engagement und Veranstaltungen wächst auch er stark.

Die sozialen Probleme in Duisburg nehmen zu, insbesondere die Altersarmut wächst. Dagegen kämpft der Sozialverband VdK. Dessen noch junger Walsumer Ortsverband ist besonders aktiv und sieht sein ehrenamtliches Engagement durch einen „rasanten Mitgliederzuwachs“ gewürdigt. An ihre bisherige Arbeit wollen die inzwischen mehr als 1000 Walsumer Mitglieder nun mit einem neuen Jahresprogramm anknüpfen.

„Sehr gefragt ist unsere Sozialrechtsberatung“, sagt Vorstandsmitglied Herbert Ringling. Die beratenden Juristen entsendet zweimal pro Monat der übergeordnete Kreisverband Niederrhein nach Duisburg, aber die Ehrenamtler vor Ort helfen bei der Organisation. „Der Bedarf ist enorm, morgens um sieben Uhr stehen oft schon mehr als 50 Leute vor der Tür“, so Ringling weiter, doch während der offenen Sprechstunden schaffe der Anwalt vielleicht maximal 30 Gespräche. Da es keine festen Termine gibt, kümmern sich Ringling und seine Mitstreiter darum, dass die Reihenfolge eingehalten wird und dass niemand lange warten muss, wenn er nur Unterlagen abgeben will. Hilfe suchen laut dem VdK die Betroffenen vor allem bei Fragen rund um die Rente – von der Frühverrentung bis zu Erwerbsminderungsrente. Doch es geht auch um Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen oder den Schwerbehindertengrad.

Gesellschaftliches Leben in den Stadtteilen prägen

Aktiv ist der VdK aber auch als Lobbyist. „Man muss von seiner Rente leben können“, benennt der Kreisverbandsvorsitzende Horst Vöge die zentrale politische Forderung. „Die Altersarmut in Duisburg nimmt stetig zu“, sagt Vöge, „es gibt immer mehr Rentner, die Grundsicherung beantragen müssen.“ Zugleich werde die „soziale Verunsicherung immer stärker“. Denn nicht nur bei der Rente, auch bei der Pflege sei die Gesetzeslage inzwischen sehr kompliziert.

Während sich der VdK auf Bundesebene für die Grundrente stark mache, zudem für gute Mindestlöhne, die Altersarmut möglichst vorbeugen, „sollen die Ortsverbände das gesellschaftliche Leben in ihren Stadtteilen prägen“, erläutert Vöge, „und da leisten die Walsumer fantastische Arbeit“. Zu dieser zählen, erläutert Herbert Ringling, vor allem regelmäßige Veranstaltungen wie Vorträge, Ausflüge, Tagesreisen, oder Feste. „Geselligkeit ist uns sehr wichtig, keiner soll alleine sein“, betont er. Deshalb seien etwa gemeinsames Kaffeetrinken, Schnitzelessen oder Fischessen genauso beliebt wie Informationsabende. Diese behandeln natürlich Themen wie Rente, Pflegekosten, aber auch Patientenverfügungen oder die Sicherheit von Senioren.

Mitglieder mischen sich auch in die Kommunalpolitik ein

Außerdem mischt sich der VdK in Walsum, aber auch in ganz Duisburg, gerne kommunalpolitisch ein. „Wir legen immer sofort den Finger in die Wunde“, sagt Herbert Ringling nicht ohne Stolz. „Kein Problem ist uns zu klein, wir leisten konkrete Hilfe vor der Haustür.“ Das könne beispielsweise eine Baumwurzel sein, die einen Gehweg wölbt und unbegehbar macht oder eine Arztpraxis im zweiten Obergeschoss, die keinen Fahrstuhl hat. „Barrierefreiheit beschäftigt uns sehr häufig“, so das Vorstandsmitglied, außerdem die Erreichbarkeit von Supermärkten, Ärztehäusern oder Friedhöfen. Daher wolle der VdK in Duisburg auch Einfluss auf den neuen Nahverkehrsplan nehmen.

Die Mitglieder seien aber mitnichten nur Senioren, der Altersdurchschnitt der Walsumer Mitglieder liege bei 40 bis 45 Jahren – und einige Anliegen, für die sich die Mitglieder engagieren, würden den gesamten Stadtteil bewegen. „Auf Logport haben wir ein Auge“, so Ringling. „Denn die ganzen Lkw fahren dann nicht über die A59, die fahren natürlich durch unsere Wohngebiete. Dabei brettern jetzt schon genug Laster durch Walsum.“ Dennoch seien soziale Probleme, steigende Altersarmut, Existenzängste und der Wunsch nach Geselligkeit die Hauptgründe für den Mitgliederzuwachs des Ortsverbands.

„Altersarmut und andere soziale Probleme nehmen bundesweit zu. Walsum ist kein negativer Ausreißer“, betont Horst Vöge. Vielmehr sei der Walsumer Ortsverband durch sein großes ehrenamtliches Engagement innerhalb des Kreisverbands und des gesamten VdK vorbildlich – und werde daher bestimmt weiterwachsen.

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