Verkehr

Logport VI: Angst vor noch mehr Lkw-Verkehr in Walsum

Viele Walsumer haben die Befürchtung, dass mit dem Logistik-Unternehmen DSV auf dem Gelände Logport VI der Lkw-Verkehr im Bezirk weiter zunimmt.

Viele Walsumer haben die Befürchtung, dass mit dem Logistik-Unternehmen DSV auf dem Gelände Logport VI der Lkw-Verkehr im Bezirk weiter zunimmt.

Foto: Udo Milbret

Duisburg-Walsum.  Duisburg habe keine Infrastruktur für noch mehr Logistik, warnt Peter Hoppe. An einen schnellen Bau der Walsumer Umgehungsstraße glaubt er nicht.

Die geplante Ansiedlung des Logistikkonzerns DSV befeuert weiter die Diskussion um Logport VI. In Walsum bleibt das Thema untrennbar mit dem Bau der Umgehungsstraße verknüpft – von seinem Fortschreiten hängt ab, wie tolerant die Menschen im Bezirk der Entwicklung der Logistikfläche gegenüberstehen. Peter Hoppe von der Walsumer CDU ist sich sicher: „Vor 2030 wird das nichts.“ Und selbst dieses zeitliche Ziel hält er für sehr ambitioniert.

Hoppes grundsätzliche Skepsis bezieht sich nicht nur auf Walsum, sondern das gesamte Stadtgebiet. „Für mehr Logistik reicht die Infrastruktur in der Stadt nicht aus. Tagtäglich bricht der Verkehr in und um Duisburg zusammen“, sagt der frühere, langjährige Bezirksvertreter. Er möge gar nicht an die Jahre denken, in denen der Ausbau der A 59 die ohnehin schon angespannte Verkehrslage weiter verschärfe.

Lkw-Fahrer könnten in Walsumer Wohngebieten Ruhezeiten nehmen

Seine größte Sorge gilt freilich Walsum: „Durch DSV sollen mindestens 200 Lkw pro Tag Logport anfahren. Das sind 400 Lkw-Bewegungen pro Tag, die zusätzlich die Wohngebiete in Walsum durchkreuzen.“ Hoppe verweist auch auf den Verkehr zum und vom Dinslakener Holzheizkraftwerk, der irgendwann dazukomme. „Wir dürfen der Logistik nicht alles unterordnen. Sonst werden die Menschen Duisburg verlassen und sich andere Orten suchen.“

Hoppe sieht nicht nur durch den rollenden Verkehr Probleme auf Walsum zukommen. Um ihre Ruhezeiten einzuhalten, könnten Lkw-Fahrer künftig in Wohngegenden parken und dabei Anwohner stören oder Radfahrer behindern. Eine ähnliche Situation haben jüngst die Grünen in Bereichen von Laar und Bruckhausen kritisiert. Und am Logport-Gelände wird es wohl keine Ruheplätze für die Fahrer geben. „Der Hafen lehnt das ab, weil sich die Flächen dann nicht mehr vermarkten lassen“, so Hoppe. Überhaupt sei er enttäuscht darüber, wie Duisport die Fläche entwickle: „Die Behauptung, das Gelände sei trimodal und verfüge über ein Container-Terminal für optimierte Transportlösungen, geht fehl.“ Es fehle sowohl die Verbindung zum Wasser, als auch zur Schiene – bislang sei Logport VI gänzlich auf den Lkw-Transport ausgelegt.

Peter Hoppe will für den Rat der Stadt Duisburg kandidieren

Den Optimismus, den die Verwaltung bei der Ortsumgehung Hamborn/Walsum zeigt, mag der CDU-Mann nicht teilen. „Ja, mit dem ersten Bauabschnitt liegen wir vielleicht im Zeitplan. Aber der betrifft Walsum gar nicht. Und für den zweiten Bauabschnitt existiert noch nicht mal ein Bebauungsplan.“ Ebenfalls sei mit den betroffenen Grundeigentümern noch nicht gesprochen worden. „Wenn man jetzt sofort anfangen würde, mit den Leuten zu sprechen, wäre die Straße vielleicht 2030 fertig“, lautet Hoppes Rechnung. Hinsichtlich des zweiten Bauabschnittes hatte die Stadt der Redaktion zuletzt lediglich mitgeteilt, die Planungen würden „derzeit noch konkretisiert“.

Nicht zuletzt diese Ungewissheiten haben Peter Hoppe dazu bewegt, wieder politisch aktiv zu werden. Bei der Kommunalwahl im September dieses Jahres kandidiert er für den Rat der Stadt. „Die Interessen von Walsum finden in der Stadt zu wenig Berücksichtigung“, erklärt er seinen Entschluss.

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