Duisburger Kulturleben

Orange soll einem neuen Duisburger Theater Erfolg bescheren

Mit der britischen Komödie „Blithe Spirit“ von Noel Coward will das Orange Planet Theatre die Bühnen erobern.

Mit der britischen Komödie „Blithe Spirit“ von Noel Coward will das Orange Planet Theatre die Bühnen erobern.

Foto: Ralf Epping / Orange Planet Theatre

Duisburg.  Die Duisburgerin Susanne Monnerjahn hat das englischsprachige Orange Planet Theatre gegründet. Die erste Premiere ist eine schwarze Komödie.

Die Komödie „Blithe Spirit“ des englischen Autors Noel Coward beginnt mit einer spiritistischen Sitzung, aus der sich schnell eine turbulente Handlung entwickelt. Bei Susanne Monnerjahn hat es einige Jahre gedauert, bis sie ihre eigene Theatergruppe gegründet hat. Aber die Geister, die sie rief, haben sich materialisiert.

Die Duisburgerin Susanne Monnerjahn hat lange im Ausland gelebt. 13 Jahre in Paris, ein Jahr in Australien und den USA, dann ist sie nach Duisburg zurück gekehrt. Zufällig habe sie an ihrem Arbeitsplatz eine Engländerin kennen gelernt, die aus einer alten Schauspielfamilie kommt und selbst Schauspielerin ist. Da Susanne Monnerjahns Hobby die Schauspielerei ist und sie selbst schon für Kurzfilme und Musikvideos vor der Kamera gestanden hat, gab es natürlich viel Gesprächsstoff. Und sie trat in die Theatergruppe von Bronwen Gray-Specht ein, Leiterin des Leaf-Festivals in Mülheim.

In der Gruppe lernte Susanne Monnerjahn wiederum Margot Erbslöh und Trish Osmond kennen. „Es sind professionelle Schauspieler, die das einfach zum Spaß machen und mal Theater statt kurzer Drehs spielen wollen.“ Und man war sich einig, in Englisch zu spielen. „Jetzt mache ich mein eigenes Ding“, beschloss Susanne Monnerjahn. Margot und Trish brachten Priscilla Wittmann, Philipp Richard New und Andrew Charlwood mit, schließlich kamen bei einem Workshop noch Mark Atherton und Quiao Zhang dazu.

Im internationalen Ensemble sind Schauspieler von 30 bis 73

Die älteste Darstellerin ist 73, die jüngste Anfang 30, dazwischen das „Mittelaltelter“. Das Stück zum Start sollte eine schwarze Komödie sein, und mit „Blithe Spirit“ wurde eines der beliebtesten Stücke von Noel Coward (1899-1973) ausgewählt. „Es spielt um 1930 und hat am Westend Rekorde gebrochen“, sagt Susanne Monnerjahn. Es wird gerade mit Judy Dench verfilmt.

Die Handlung der „Komödie für Geister“: Für seinen Roman möchte der Autor Charles Condomine Gepflogenheiten aus dem spiritistischen Milieu in Erfahrung bringen. Deshalb bittet er das exzentrische Medium Madame Arcati um eine Séance in seinem Haus. Dabei beschwört diese ungewollt Charles verstorbene erste Frau Elvira herauf, die – einzig von Charles gesehen und gehört – sich sofort daran macht, Charles Ehe mit seiner zweiten Frau Ruth zu sabotieren. „Schwarzer Humor mit unerwarteten Wendungen“, verspricht das Stück.

Geschirr und Grammophon passen genau

„Wir machen alles selbst“, sagt Susanne Monnerjahn. Kostüme, Bühne – alles soll möglichst genau zur Zeit der Handlung passen, auf Flohmärkten wurde Geschirr gekauft, sogar ein echtes Grammophon mit 33er-Platten aufgetrieben.

Der Name des neuen Theaters wurde mit Hilfe eines französischen Freundes gefunden, der wiederum für Freunde schon Namen etwa für ein Hotel und Restaurants kreiert hat. „Und alle wurden erfolgreich“, hofft Susanne Monnerjahn auch auf ein Gelingen ihres Herzensprojekts. Orange sei eine glückliche Farbe, fand Sylvain, und mit ein bisschen hin und her wurde dann das Orange Planet Theatre geboren.

Im Januar kommt das Stück ins Duisburger Kleinkunsttheater „Die Säule“

Zur Zeit wird einmal pro Woche mit Regisseur Shaheryar Shah geprobt. Anfang kommenden Jahres ist Premiere für „Blithe Spirit“ in Mönchengladbach, am 18. und 19. Januar kommt das Stück in die „Säule“ an der Goldstraße, weitere Stationen sind Herdecke und Viersen. Es sei nicht einfach gewesen, Bühnen zu finden, die ein englischsprachiges Stück aufführen wollen, sagt Susanne Monnerjahn. Aber für einen Versuch gebe es auch Interesse in Köln und Düsseldorf. Zudem sucht sie Kontakt etwa zu den Duisburger Portsmouth-Freunden und Schulen. „Unser einziges Ziel ist es, Sie zu unterhalten“ – und die Herzen des Publikums zu erreichen, heißt es auf der Homepage.

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