Europawahl

Post verteilt in Duisburg 325.725 Wahlbenachrichtigungen

Zustellerin Manuela Wawrock (48) mit ihrem gepackten Zustellwagen: Sie ist seit über 30 Jahren als Zustellerin für die Post im Einsatz. Derzeit liegt ihr Revier in Neudorf.

Zustellerin Manuela Wawrock (48) mit ihrem gepackten Zustellwagen: Sie ist seit über 30 Jahren als Zustellerin für die Post im Einsatz. Derzeit liegt ihr Revier in Neudorf.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.  Die 325.725 Europawahl-Benachrichtigungen für alle Duisburger Wahlberechtigten wurden am Dienstag von der Deutschen Post auf den Weg gebracht.

Der erste Lkw kam um 4.40 Uhr in der Früh. Vier voll beladene Zwölftonner waren nötig, um allein die Wahlbenachrichtigungen für den Bezirk Mitte vom Briefzentrum in Asterlagen heranzukarren. Hier am Zustellstützpunkt an der Kommandantenstraße in Neudorf wartet auf die 52 Zusteller ein Extrabatzen Arbeit.

„Ich werde heute eine Stunde länger als sonst für meine Tour brauchen“, sagt Manuela Wawrock. Sie arbeitet seit über 30 Jahren als Zustellerin bei der Deutschen Post. Daher weiß sie aus Erfahrung, dass fast alle 1700 Haushalte ihres Zustellbezirks heute eine oder mehrere Wahlbenachrichtigungen in den Briefkasten gesteckt bekommen. In ganz Duisburg wurden am Dienstag 325.725 auf den Weg gebracht.

Reges Treiben am frühen Morgen

Auf Rollwagen werden die Behälter mit den Wahlbenachrichtigungen vom Anlieferungsbereich in den Zustellersaal geschoben. Und hier herrscht schon seit dem frühen Morgen ein reges Treiben. „Die ersten Kollegen fangen um halb sechs an“, sagt Dirk Pottbeckers. Er ist Personaldisponent bei der Post und dafür verantwortlich, dass bei jedem Dienstbeginn genügend Zusteller anwesend sind.

Von der Kommandantenstraße aus steuern die 52 Zusteller die Stadtteile im Bezirk Mitte an – etwa Kaßlerfeld, Duissern, Hochfeld, Neudorf oder die Innenstadt. Hinzu kommt noch Wedau im Süden. Bei elf seiner Kollegen handelt es sich um so genannte Verbundzusteller. Die stellen nicht nur Briefe, sondern in Kombination auch Pakete zu. „Die sind deshalb auch in Lieferwagen unterwegs“, so Pottbeckers.

Auf Fahrrädern und mit voll gepacktem Zustellwagen

Die übrigen 41 machen sich sowohl auf Fahrrädern (elektrisch oder per Muskelantrieb) als auch zu Fuß auf den Weg. Zu letzterer Gruppe gehört Manuela Wawrock. Mit voll gepacktem Zustellwagen, den sie vor sich herschiebt, marschiert die Zustellerin schnurstracks zu ihrem Revier. Das liegt in Neudorf. Und dazu gehören etwa die Krautstraße, Wildstraße, Richard-Dehmel-Straße, Kortumstraße oder die Richard-Wagner-Straße.

Die Wahlbenachrichtigungen bescherten den Zustellern aber zumindest im Vorfeld keine Mehrarbeit, denn sie wurden im Briefzentrum Asterlagen vorsortiert. Und zwar von Gangfolgesortiermaschinen – ein Name, der noch nach alten, verstaubten Behördenzeiten klingt. Diese Gangfolgesortiermaschinen sorgen dafür, dass die Zusteller die Briefe in jener Reihenfolge erhalten, wie sie diese später beim Gang durch ihr Revier benötigen.

Die Wahlbenachrichtigungen wurden nicht mit der übrigen Post vermischt, sondern in Extra-Behältern ausgetragen. „Und die Stadt Duisburg hat sie als Standardbriefe aufgegeben. Bei denen garantieren wir eine Auslieferung am nächsten Tag“, erklärt Post-Pressesprecherin Britta Töllner. Anders ist es bei der Dialogpost. Da hat die Post bis zu vier Tage für die Verteilung Zeit, dafür ist sie für den Auftraggeber preiswerter. Wer also nun noch seine Wahlbenachrichtigung vermisst, sollte sich beim Wahlamt melden.

Reviere werden neu zugeschnitten

Jeder Zustellbezirk soll um die 1700 Haushalte umfassen. „Wir überprüfen das einmal im Jahr und schneiden die Bezirke bei Bedarf neu zu“, erklärt Personaldisponent Pottbeckers. Komme etwa ein Neubaugebiet in einem Revier hinzu oder fallen durch Abriss zahlreiche Wohneinheiten weg, müsse man etwas ändern, so Pottbeckers. Zu den im Schnitt rund 2500 Sendungen, die pro Tag in jedem Revier verteilt werden, kamen Dienstag 1200 bis 1400 Wahlbenachrichtigungen hinzu. „Und das dauert dann eben länger“, weiß Zustellerin Wawrock.

Die Neudorferin (48) macht sich stets in Joggingschuhen auf den alltäglichen Arbeitsweg. „Pro Schicht kommen locker acht bis zehn Kilometer Fußweg zusammen. Da will man es schon bequem an den Füßen haben.“ Und warum verzichtet sie auf ein Fahrrad. „Das Knie“, sagt sie und deutet mit schmerzverzerrtem Gesicht aufs Gelenk. Beim Laufen würde sie das nicht bemerkbar machen, beim Radeln schon. Früher musste sich Wawrock sogar schon einmal ihre eigene Wahlbenachrichtigung zustellen. „Da lag meine Wohnung in meinem Revier.“

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