Ermittlungen

Prügel-Vorwürfe gegen Polizisten: Beamte weiter im Dienst

In türkischen Medien waren Bilder von Irfan A. im Krankenbett zu sehen.

In türkischen Medien waren Bilder von Irfan A. im Krankenbett zu sehen.

Foto: Katrin Simoneit/ FUNKE Foto Services / FFS

Duisburg.  Ein 41-Jähriger behauptet, von Duisburger Polizisten verprügelt worden zu sein. Die Polizei Düsseldorf ermittelt. Das ist der aktuelle Stand.

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Die Bilder gingen durch türkische Medien, die Vorwürfe wiegen schwer: Ein 41-Jähriger hat Ende Oktober berichtet, dass er von Duisburger Polizisten im Gewahrsam mit Tritten und Schlägen traktiert worden sei. Er erstattete Anzeige. Die Duisburger Behörde erstellte ihrerseits eine Anzeige wegen Widerstands und Beleidigung. Der Stand der Ermittlungen:

Die Düsseldorfer Polizei hat aus Gründen der Neutralität die Ermittlungen übernommen. Diese stehen aber nach Angaben der Duisburger Staatsanwältin Jennifer König erst am Anfang. Ladungsfristen seien einzuhalten. Deshalb seien die Beteiligten auch noch nicht befragt worden.

Ermittlungen gegen Duisburger Polizei: Wann zog Irfan A. sich Verletzungen zu?

Die Duisburger Polizei und der 41-Jährige Irfan A. sind sich in einem Teil der Schilderungen der Vorfälle aus der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober einig: In einer Teestube am Wilhelmplatz im Stadtteil Bruckhausen hat es gegen 2.30 Uhr eine Schlägerei gegeben, an der auch Irfan A. beteiligt war. Mehrere Streifenwagenbesatzungen beruhigten die Situation vor Ort.

Bei einer Befragung habe der sichtlich angetrunkene 41-Jährige dann so aggressiv reagiert, dass er schließlich in Polizeigewahrsam genommen wurde – so der Bericht der Polizei. Irfan A. erklärte kurze Zeit später gegenüber türkischen Medien, im Duisburger Präsidium misshandelt und massiv verprügelt worden zu sein. Er habe Knochenbrüche und Prellungen davongetragen.

Ein Arzt hatte Irfan A. in dieser Nacht untersucht und für fit genug für das Gewahrsam eingestuft. Um seinen Alkoholpegel zu bestimmen, wurde ihm außerdem Blut abgenommen. Die Ergebnisse der Blutentnahme liegen laut Staatsanwältin König noch nicht vor: „Wann der Mann sich die Verletzungen zugezogen hat, ist ein wichtiger Punkt der Untersuchungen.“

Polizisten sind weiter im Dienst

Die von Irfan A. beschuldigten Beamten sind nach Angaben der Polizei weiter im Dienst. „Es gibt bislang keine disziplinarrechtlichen Schritte. Wir müssen den Ausgang des Strafverfahrens abwarten“, sagt Polizeipressesprecher Stefan Hausch. Hätte man nach eigener Einschätzung einen Fehler festgestellt, hätte man sofort gehandelt. „Das ist hier nicht der Fall. Die Kollegen haben die Vorgänge ordnungsgemäß dokumentiert“, so Hausch.

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