Bombendrohung

„Rechter Terror hat auch in Duisburg sein Gesicht gezeigt“

Ein Blick ins Innere der imposanten Moschee in Duisburg-Marxloh.

Ein Blick ins Innere der imposanten Moschee in Duisburg-Marxloh.

Foto: Geinowski.Friedhelm / WAZ FotoPool

Duisburg.  Entsetzen nach der Bombendrohung gegen die Ditib Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh. Der Täter ist mutmaßlich ein Rechtsextremist.

Es ist wieder Ruhe eingekehrt rund um die Warbruckstraße in Marxloh und die Gottesdienste finden wieder statt. Ein Tag nach der Bombendrohung gegen eine der größten Moscheen Deutschlands ist von der Aufregung des Vortags, als Polizisten mit Sprengstoffspürhunden über das Areal streiften, nicht mehr viel zu spüren. „Natürlich ist es noch Gesprächsthema“, sagt ein muslimisches Mitglied der Gemeinde im Duisburger Norden und fügt hinzu: „Gott sei Dank hat die Polizei ja keine Bombe gefunden, wir haben keine Angst zurück in unsere Moschee zu gehen.“

Eine Bombe, die „viele Menschenleben kosten“ werde, hatte am Montag ein immer noch Unbekannter über die Mailadresse „Combat18“ angedroht. Combat ist eine militante Neonazi-Organisation, die Zahl 18 im Namen der Gruppe steht für den ersten und den achten Buchstaben des Alphabets, die Initialen Adolf Hitlers.

Während der polizeiliche Staatsschutz weiter versucht herauszufinden, wer hinter der Mail steckt, wie Polizeisprecherin Jacqueline Grahl erklärt, meldet sich Pfarrer Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, zu Wort, um seinem Entsetzen Ausdruck zu verleihen.

Kundgebung in Duisburg gegen „rechten Terror“

„Nach mehreren ähnlichen Bombendrohungen in den letzten Tagen in München, Iserlohn, und Köln hat der rechte Terror nun auch in Duisburg sein Gesicht gezeigt. Es braucht keine Explosionen, um ein Klima der Einschüchterung und Verängstigung zu erzeugen“, erklärt Schneider in einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung.

Und auch das anti-rassistische Bündnis Duisburg stellt sich quer erklärt sich solidarisch mit der Ditib-Gemeinde in Marxloh. „Diese Bombendrohungen zeigen einmal mehr, wie nah die Gefahr des Rechtsterrorismus ist. Der Hass auf Muslime und Geflüchtete ist vielerorts spürbar, dem müssen wir uns entschlossen entgegenstellen“, heißt es. Gerade jetzt sei Solidarität und Zusammenhalt mit den Betroffenen rechter Gewalt und Terror gefragt. Deshalb ruft das Bündnis am Freitag, den 26. Juli um 17 Uhr, zu einer Protestaktion vor dem Forum an der Königstraße in der Duisburger Innenstadt auf.

Jubel auf Facebook für Bombendrohung gegen Moschee

„Wir betrachten diese Drohungen als Angriffe auf unsere Mitbürger, auf das grundgesetzlich verankerte Menschenrecht auf freie Religionsausübung und somit auf Grundwerte unserer ganzen Gesellschaft. Deshalb verurteilen wir die rechtsextremistischen Drohungen, die unsere muslimischen Mitbürger in Angst und Schrecken versetzen wollen, aufs Schärfste“, betont auch Pfarrer Schneider. Hass und Gewalt werde die evangelische Kirche entschieden entgegentreten. „Genauso entschieden treten wir ein für ein Zusammenleben in unserer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft, das von Toleranz und gegenseitigem Respekt geprägt ist,“ so Schneider.

In Sozialen Netzwerken wurde die Nachricht über die Bombendrohung gegen die Moschee vielfach bejubelt. Unzählige Male stellten Kommentatoren einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität her, um so die Drohung gegen die muslimische Gemeinde in Marxloh zu rechtfertigen. Der Buchhalter des Moscheevereins hatte im Gespräch mit unserer Redaktion am Montag noch gesagt, dass den Gemeindemitgliedern in letzter Zeit nicht vermehrt mehr Ausländerhass entgegengeschlagen sei.

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