Bildung

Schulsozialarbeit in Duisburg: Finanzierung noch ungeklärt

Unverzichtbar ist die Schulsozialarbeit für Petra Etgen (l.), Schulleiterin der Kirchschule in Homberg-Hochheide, hier Schulsozialarbeiterin Birte Adamek, die Fachbereichsleiterin der Grafschafter Diakonie Felicitas Hagemeier und Koordinator Stefan Liebig.

Unverzichtbar ist die Schulsozialarbeit für Petra Etgen (l.), Schulleiterin der Kirchschule in Homberg-Hochheide, hier Schulsozialarbeiterin Birte Adamek, die Fachbereichsleiterin der Grafschafter Diakonie Felicitas Hagemeier und Koordinator Stefan Liebig.

Foto: Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Ende 2020 läuft die Landesfinanzierung für 110 Schulsozialarbeiter an den Duisburger Schulen aus. Sie hoffen auf eine dauerhafte Finanzierung.

Die Finanzierung von rund 110 Stellen der Schulsozialarbeit in Duisburg über das Ende des laufenden Schuljahres hinaus ist weiterhin ungeklärt. In gleichlautenden Schreiben an die Stadt und die Träger, bei denen 45 Fachkraftstellen angesiedelt sind, stellt NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann eine Lösung in Aussicht.

Minister prüft „dauerhafte und effiziente Fortführung“

In den Haushaltsberatungen für 2021 werde geprüft, wie Instrumente von Arbeitsmarktpolitik, Schulsozialarbeit und Jugendhilfe so zusammengeführt werden können, dass „eine dauerhafte und effiziente Fortführung der Schulsozialarbeit erreicht wird“, so das Ministerium: „Das betrifft auch die Schaffung von möglichst verlässlichen Beschäftigungsmöglichkeiten.“

Auf eine dauerhafte Lösung für die Finanzierung warten Schulsozialarbeiter, Kommunen und Träger, seit die Schulsozialarbeit im Zuge des Bildungs- und Teilhabepaketes ab 2012 massiv ausgebaut wurde. Zusätzlich zu 65 mittlerweile unbefristeten Stellen im Landesdienst, entstanden durch Stellen-Umwandlungen an weiterführenden Schulen, wurden 45 weitere Fachkraftstellen bei den Verbänden eingerichtet. Sie versorgen die Grundschulen. Die Stadt lobt die Kooperation: „Schulsozialarbeit wird in gemeinsamer Verantwortung von Schule und Jugendhilfe umgesetzt.“

Stadt: Rücklagen für Finanzierung des Eigenanteils aufgezehrt

Während die Stadt ihren Eigenanteil zur Finanzierung der Stellen durch Rücklagen aus den diversen Förderprogrammen seit 2012 finanzieren konnte, läuft die Förderperiode des Landes Ende des Jahre aus. Die Stadt hatte den Minister aufgefordert, frühzeitig zu signalisieren, ob für die beiden folgenden Jahre Fördermittel des Landes zur Verfügung stehen. Sollte es bei der bisherigen Form der Finanzierung bleiben, müsste die Stadt Eigenmittel bereitstellen, um die Landesunterstützung in Anspruch nehmen zu können. Die Aussage des Ministeriums lasse sich aber auch so interpretieren, „dass auch andere Finanzierungsweisen und organisatorische Einbindungen auf Landesebene erörtert werden“, vermutet die Stadt.

Schulen: Benötigen die Unterstützung der Jugendhilfe

Gemeint ist eine Übernahme aller Schulsozialarbeiter in den Landesdienst. Einig sind sich die Schulen darüber, dass die Arbeit der Schulsozialarbeiter längst unverzichtbarer Teil ihrer pädagogischen Arbeit ist. Lehrer allein könnten die Belastungsfaktoren in Stadtquartieren mit hohem Sozialindex nicht ausgleichen. Schule benötige die Unterstützung der Jugendhilfe, der sie niederschwellig einen rechtzeitigen Zugang zu belasteten Familien eröffnen könne.

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