Polizei

SEK-Einsatz: Duisburger Sprengstoffnarr wird überwältigt

Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei stürmten am frühen Dienstagmorgen die Wohnung eines Beschuldigten im Duisburger Stadtteil Beeckerwerth.

Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei stürmten am frühen Dienstagmorgen die Wohnung eines Beschuldigten im Duisburger Stadtteil Beeckerwerth.

Foto: Marius Becker/dpa

Duisburg.  SEK-Kräfte haben am Dienstag in Duisburg einen Mann überwältigt, der Mitglied einer Netz-Plattform war, auf der mit Sprengstoff gehandelt wurde.

Bereits am Dienstagmorgen hat es in Duisburg den Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei gegeben: Gegen 4.30 Uhr griffen die Kräfte in einem Haus an der Niedermendiger Straße in Beeckerwerth zu. Der Bewohner, nach Informationen der WAZ ein Mann Ende 20, soll zu den 360 Mitgliedern einer Internet-Plattform gehören, über die Sprengstoffe ausgetauscht wurden und auf der auch Handel mit Bomben stattgefunden haben soll.

Laut Nachbarn soll es am frühen Dienstagmorgen einen lauten Knall gegeben haben: Die SEK-Kräfte hatten offensichtlich die Haustür aufgesprengt. Der dort in Beeckerwerth lebende Mann wurde überwältigt, in Gewahrsam genommen und anschließend verhört. Es sollen dort Chemikalien aufgefunden worden sein, die von Spezialisten noch am Dienstagnachmittag vor Ort gesprengt worden sein sollen.

Einer der 22 Beschuldigten kam aus Duisburg-Beeckerwerth

Federführend bei diesem Einsatz war die Staatsanwaltschaft Göttingen. Deren Ermittler hatten insgesamt 22 Verdächtige – allesamt deutsche Staatsbürger – im Alter zwischen 17 und 55 Jahren aus neun Bundesländern ins Visier genommen. Der Zugriff von addiert über 1000 Einsatzkräften an zahlreichen Orten erfolgte zeitgleich – so auch in Litauen, wo der Server stand, sowie in Kroatien. Die Tatvorwürfe lauten: Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz. Zudem sollen einige der Männer auch mit Drogen gehandelt haben.

Festgenommen wurde jedoch keiner der 22 Beschuldigten, da es derzeit keine Anhaltspunkte für Flucht- oder Verdunklungsgefahr gebe. Das sagte Oberstaatsanwalt Ingo Rau, Leiter der Zentralstelle Cyberkriminalität bei der Staatsanwaltschaft Göttingen. Die meisten der ermittelten Beschuldigten sollen einer normalen Alltagsarbeit nachgegangen sein, beim Rest handelte es sich um Studenten. Die Ermittlungen gegen die Mitglieder der Internetseite „xplosives.net“ liefen bereits seit September 2018.

Hinweise für ein politisches Motiv liegen offenbar nicht vor

Neben den Beschuldigten sollen nun auch deren Angehörige und die Verwalter des Servers vernommen werden, so der Oberstaatsanwalt. Hinweise auf ein politisches Motiv liegen bisher nicht vor. „Einen politischen Hintergrund gibt es nicht, haben wir nicht festgestellt“, sagte der Göttinger Polizeipräsident Uwe Lührig.

In einer Wohnung sei genügend Material gefunden worden, um daraus eine Bombe mit 30 Kilogramm Sprengstoff zu bauen, betonten die Ermittler. Die Ermittlungen sollen nun zudem klären, wer die weiteren Mitglieder der Plattform waren. Die Sprengstoff-Plattform selbst wurde sofort stillgelegt.

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