Sprachmittler

Sprachmittler unterstützen Neuankömmlinge in Duisburg

Sprachmittler-Koordinatorin Heidrun Oberländer-Yilmaz, Sprachmittler Murad Muslim, stellvertr. Leiterin des Integrativen Zentrum IZ Ulrike Färber, Dezernent für Integration Ralf Krumpholz und Sprachmittlerin Hewin Hiso (v.l.). Foto: Tanja Pickartz

Sprachmittler-Koordinatorin Heidrun Oberländer-Yilmaz, Sprachmittler Murad Muslim, stellvertr. Leiterin des Integrativen Zentrum IZ Ulrike Färber, Dezernent für Integration Ralf Krumpholz und Sprachmittlerin Hewin Hiso (v.l.). Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.  Über 300 Mal haben Menschen mit Migrationshintergrund Neuankömmlinge bei Behördengängen unterstützt. Besonders Arabischstämmige profitieren.

Behördengänge und Arztbesuche stellen für jemanden, der kein Deutsch spricht, eine große Hürde da. Unterstützung in Form eines Übersetzers kommt da wie gerufen. Seit einem Jahr sind 16 Menschen als Sprachmittler im Einsatz und ermöglichen oder erleichtern die Kommunikation zwischen Zugewanderten und Mitarbeitern von öffentlichen Einrichtungen. Das Projekt sei ein voller Erfolg, findet Ralf Krumpholz, zuständiger Beigeordneter für den Bereich Integration. Ab September sollen weitere Sprachmittler ausgebildet werden.

Die Qualifizierungsmaßnahme der derzeitigen Sprachmittler dauerte von April bis Juli 2018. In 60 Unterrichtsstunden verbesserten sie, alle selbst erst seit Kurzem im Land, nicht nur ihren eigenen Wortschatz, sondern lernten auch, was es heißt, anderen eine neue Sprache beizubringen und sie in einem fremden Land zu unterstützen. Seither sind sie auf freiwilliger Basis im Einsatz. Es gibt eine Aufwandsentschädigung.

Sprachmittler kennen die Probleme von Neuankömmlingen aus eigener Erfahrung

Murad Muslim aus Syrien ist einer der Sprachmittler. „Es ist schön, anderen zu helfen. Ich begleite Familien zu Behörden, übersetze ins Kurdische und Arabische“, sagt der studierte Englischlehrer. Sein Studium wird in Deutschland nicht anerkannt. Hewin Hiso, 2000 nach Deutschland gekommen, freut sich, Menschen zu helfen, die ähnliche Erfahrungen machen, wie sie vor vielen Jahren. „Ich weiß, wie schwer es ist, hier Fuß zu fassen. Ich möchte anderen helfen, damit sie es nicht so schwer haben wie ich damals“, sagt sie.

Neben Behördengängen helfen die Sprachmittler auch, wenn es um eine Mitgliedschaft im Sportverein geht oder bei Gesprächen mit einer Hebamme. Schnell kann da eine persönliche Beziehung zwischen Zugezogenen und Sprachmittlern entstehen. Doch Distanz ist wichtig: „Die Berater bringen nicht ihre eigene Meinung ein, sondern fungieren ausschließlich als Übersetzer“, sagt Ulrike Färber vom Kommunalen Integrationszentrum.

Arabisch ist die am meisten benötigte Sprache bei Zuwanderern in Duisburg

Bislang wurden die 16 Sprachmittler 342 mal eingesetzt. Den größten Bedarf haben Menschen, die Arabisch sprechen, gefolgt von Afghanen und Rumänen sowie Bulgaren. Die Sprachmittler bilden sich bei monatlichen Austauschtreffen fort, viele von ihnen haben durch ihr Engagement sogar Kontakte für eine berufliche Zukunft knüpfen können und haben zum Teil schon Jobs gefunden.

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