Weihnachtsmarkt

Stand auf Duisburger Weihnachtsmarkt verzichtet auf Plastik

Duisburger Weihnachtsmarkt: René Düpre und Jennifer von der Heiden servieren Pommes in recyclebaren Schalen.

Duisburger Weihnachtsmarkt: René Düpre und Jennifer von der Heiden servieren Pommes in recyclebaren Schalen.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Pommesschalen und Burgertüten aus recyclebarem Material. Der Chef einer Bude auf dem Duisburger Weihnachtsmarkt verzichtet auf Plastik.

Die klassische weiße Schale mit „Pommes Schranke“ hat am Weihnachtsmarktbüdchen von René Düpre gleich aus mehreren Gründen das Zeitliche gesegnet. Der 33-Jährige bietet nicht nur gut elf teils selbst kreierte Saucen wie Trüffelöl-Parmesan für die gute alte ‘Schimanski Platte’ an. Wesentlicher ist: Pommes, Burger und Co. verkauft Düpre in recyclebarem Gewand. Das spart eine Menge Plastik.

Die Idee für Pommes mit Öko-Prestige entstand vor drei Jahren

„Wir sind sogar komplett verpackungsfrei“, sagt Düpre. Der Burger kommt in die beigefarbene Papiertüte, die Pommespicker sind aus Holz, selbst die Servietten tragen das Logo „recyclebar“ und sind ansonsten nicht bedruckt. „Natürlich sähe das dann auffälliger und schöner aus als das gräuliche Weiß“, meint der Selbstständige. Wäre dann aber nicht nachhaltig.

Nicht etwa ein schwedisches Schulmädchen hat den 33-Jährigen auf den Öko-Trip gebracht. Das kam vor drei Jahren wie von selbst. „Ich besuche eigentlich alle Veranstaltungen im Raum Duisburg – von Kirmes bis zum Weihnachtsmarkt. Mir ist die immer größere Menge Müll aufgefallen, die dabei anfallen. Wenn man das sieht, macht man sich einfach Gedanken. Ich wollte das ändern.“

Nachhaltigkeit soll auf Duisburger Weihnachtsmarkt ab 2020 intensiviert werden

Aufgewachsen ist René Düpre mit den Büdchen – seine Eltern haben einen fahrbaren Grill. Vor fünf Jahren machte er sich selbstständig mit der Idee, besondere Burger und Pommes Frittes auf Märkten anzubieten. Die Kartoffelstäbchen haben einen Schalenrand, werden in Pflanzenfett frittiert. „Es sollte etwas Neues und Wertiges sein“, sagt Partnerin Jennifer von der Heiden. Die Idee komme an: Trüffelöl-Parmesan sei in diesem Jahr ein echter Renner.

Auf dem Duisburger Weihnachtsmarkt hat sich der Gedanke der Nachhaltigkeit jedoch noch nicht durchgesetzt. Patrick Kötteritzsch, Marketing-Bereichsleiter beim Veranstalter Duisburg Kontor, will dies für das kommende Jahr 2020 “intensivieren“, sieht aber auch Probleme bei den Anbietern, die ihr Sortiment noch nicht entsprechend umgestellt haben. Indes haben einige Märkte in Düsseldorf und Köln mit Einschränkungen von Plastikbesteck, -tüten und Einwegstrohhalmen bereits erste Schritte unternommen. Auch beim Nachbarn Oberhausen wird ein Verbot von Plastikgeschirr etwa auf Wochenmärkten diskutiert.

Grünes Logo wirbt noch verhalten mit Nachhaltigkeit

Düpres Pommes mit Öko-Prestige sind zumindest hier noch Vorreiter, ein grünes Logo auf dem Büdchen wirbt aber noch verhalten mit dem offenkundigen Alleinstellungsmerkmal. Barbara Zimmermann hat die blinkende Scheibe nicht einmal bemerkt. Die Duisburgerin griff hier zu, weil sie die Kartoffelstäbchen mit Chili-Cheese-Sauce lecker findet. „Das ist aber gut, dass das angeboten wird. Eigentlich sollte das Standard auf Märkten sein. Ich habe schon oft überlegt, ob ich Pommes kaufe, wenn es in der Plastikschale angeboten wird.“ Der Nachhaltigkeits-Gedanke muss sich offenbar erst noch weiter durchsetzen.

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