Gericht

Steuerberater-Paar steht vor dem Landgericht Duisburg

Die Beweismittel im Prozess gegen die beiden Steuerberater füllen viele Aktenordner.

Die Beweismittel im Prozess gegen die beiden Steuerberater füllen viele Aktenordner.

Foto: Foto: Zoltan Leskovar

Duisburg.  Zwei Steuerberater aus Moers stehen vor dem Landgericht Duisburg. Mit Scheinrechnungen sollen sie 3,7 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben.

Steuerberater sollen und müssen ihren Mandanten dabei helfen, Steuern zu sparen. Allerdings nur im Rahmen der gesetzlich erlaubten Möglichkeiten. Ein Paar aus Moers soll dagegen zu ganz anderen Methoden gegriffen haben, um ihre eigenen Steuerzahlungen und jene von Mandanten klein zu rechnen. Wegen Steuerhinterziehung stehen die 60-jährige Steuerberaterin und ihr ein Jahr älterer Ehemann nun vor dem Landgericht Duisburg.

Es geht um rund 3,7 Millionen Euro. 720.000 davon sollen die Angeklagten selbst dem Fiskus vorenthalten haben. Der große Rest entfällt auf Taten der Beihilfe zur Steuerhinterziehung, bei denen sie die Steuererklärungen von Mandanten frisiert haben sollen.

Duisburger fälschte Rechnungen

Die Angeklagten sollen zwischen 2003 und 2013 ein System geschaffen haben, mit dem sie selbst und mehrere Firmen, für die sie die Steuererklärungen machten, mit Scheinrechnungen versorgt wurden.

Dazu sollen sie sich der Hilfe des Chefs eines kleinen Duisburger Unternehmens bedient haben. Die Angeklagten sollen dem Komplizen nicht nur genaue Vorgaben gemacht, sondern ihn zur Herstellung der Rechnungen auch mit dem nötigen technischen Equipment wie Computer und Drucker ausgestattet haben. Vom Amtsgericht wurde der Mann inzwischen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Eigene und die Steuererklärungen von Mandanten frisiert

Einen Teil der Scheinrechnungen sollen die Angeklagten für sich selbst eingesetzt haben. Das Paar, das einen erheblichen Teil seiner Einnahmen durch Vermietung erzielte, soll mit den erfundenen Ausgaben seine eigene Umsatz-, Einkommen- und Gewerbesteuer reduziert haben.

Die Angeklagten sollen zudem jeweils 30 Prozent der Summen der Scheinrechnungen, die für Mandanten eingesetzt wurden, von jenen als Provision kassiert haben. Was die Steuerberater dem Finanzamt naturgemäß ebenfalls verschwiegen haben sollen.

Im Vorfeld des Prozesses vor der Wirtschaftsstrafkammer hatte das Paar bereits einen Teil der Vorwürfe eingeräumt. Die Steuerberater bestreiten aber, dass die Provisionen so hoch gewesen seien, wie die Anklage sie zugrunde legt. Für den Prozess sind bis Mitte Juli sechs weitere Verhandlungstage geplant.

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