Tiere

Niedliche Alpaka-Herde sucht eine Weide im Duisburger Süden

Die süßen Irokesen-Frisuren auf dem Kopf verdanken die Alpakas der Wärme vor ein paar Wochen: Da wurden sie geschoren.

Die süßen Irokesen-Frisuren auf dem Kopf verdanken die Alpakas der Wärme vor ein paar Wochen: Da wurden sie geschoren.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Düsseldorf-Wittlaer/Duisburg-Süd.  13 Alpakas aus Düsseldorf brauchen eine neue Weide. Ihre Züchter bieten Spaziergänge und Stallbesuche mit den Tieren an – und noch einiges mehr:

Diese Zuzügler aus Düsseldorf würden die Duisburger wohl mit offenen Armen begrüßen: 13 Alpakas aus der Nachbarstadt haben eine ihrer Weiden verloren. Jetzt ist die pelzige kleine Herde auf der Suche nach einer Neuen – und das gerne im Duisburger Süden.

Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad – auf eine Weide übertragen, ist das in etwa das neue Zuhause, das die Alpakas suchen. 2500 Quadratmeter groß sollte die Weide sein, gerne mit einigen Bäumen bestanden. Erlaubt sein sollte ein Unterstand wie ein Weidezelt, vorhanden ein Wasseranschluss. Dazu eingezäunt oder einzäunbar, damit die Tiere nicht einfach ausbüchsen. Eine Weide in Kalkum haben die neun Stuten und vier Wallache sicher, eine weitere in Wittlaer testen sie gerade. Eine Dritte brauchen sie noch (Kontakt für Angebote: siehe Kasten); schließlich sind die anderen irgendwann buchstäblich abgegrast.

Alpakas sind von Natur aus Diabetiker

Kein Wunder: Alpakas „sind quasi Diabetiker“, sagt Detlef Maluche, sie können kein Insulin produzieren und vertragen süße Kirschen ebenso wenig wie ein menschlicher Diabetiker ein Stück Sahnetorte. Gras und Heu stehen auf ihrem Speiseplan, das war’s.

Sie selber landen auf keinem Teller. Statt Fleisch produzieren sie Wolle. Dazu kommt ganz viel Kuschelfaktor. Wobei sich nicht alle Tiere gern anfassen lassen. Manche fordern Streicheleinheiten aber aktiv ein: Frisch geschoren, wie sie gerade sind, fühlen sie sich an wie dichtgewebter, kurzfloriger Teppich.

Weidenbesuche und Herdenspaziergänge mit der Alpaka-Herde

Eine Erfahrung, die Michaela und Detlef Maluche unter anderem Demenzkranken ermöglichen: Regelmäßig sind sie mit ihren Tieren zu Besuch in der Diakonie Kaiserswerth. Wer einmal selber auf Tuchfühlung gehen möchte: Die Maluches bieten auch Weidenbesuche und Spaziergänge mit ihrer Herde an. Der Umgang mit Alpakas tut jedem gut, findet Michaela Maluche: „Man entspannt, man kommt einfach runter.“

Angst vor Alpakasabber müssen Besucher im Regelfall nicht haben. Die in Südamerika heimischen Tiere spucken zwar – aber vornehmlich ihre Artgenossen an. „Da steht man vielleicht mal blöd dazwischen“, sagt die Besitzerin. Zielgerichtet auf einen Menschen aber spucken sie kaum. Zumal es dauert, bis sie nachgeladen haben: Nach einer Spuckattacke haben die Alpakas bis zu einer halben Stunde eine Kiefersperre – selbst Kauen wird dann schwierig.

Alpaka-Züchter: „Die gehen sogar zusammen auf die Toilette“

Jetzt gerade mümmelt die ganze Herde friedlich ihr Heu. Aufmerksam beobachten sie, was sich tut auf ihrer Weide und drum herum. Läuft da ein Hund? Ein Tier geht gucken, und die ganze Herde folgt ihm zum Zaun. „Die sind immer zusammen“, sagt Detlef Maluche, dem gemeinsam mit seiner Frau die Herde gehört. „Die gehen sogar zusammen auf die Toilette.“ Richtig gelesen: Die Tiere hinterlassen nichts, wo sie gehen und stehen, sondern legen gezielt Toilettenplätze an.

Sie haben halt Charakter, und zwar jedes seinen eigenen. Damit haben sie die Maluches von sich überzeugt. Zufällig trafen sie auf einem Gestüt zum ersten Mal auf Alpakas. „Wenn 50 Tiere an einem vorbeigaloppieren, und man hört nichts, ist das ein Erlebnis“, erinnert sich Detlef Maluche an diese erste Begegnung mit den Tieren, die auf Schwielen statt auf Hufen laufen. 2011 sattelten die Maluches um: Statt Pferden halten sie seitdem Alpakas.

Nächstes Jahr soll es Alpaka-Nachwuchs geben

Aus der Zufallsbegegnung wurden rasch zwei eigene Tiere. Jetzt, acht Jahre und einiges an selbstgezüchtetem Nachwuchs später, nennen die Maluches eine Herde von 13 Tieren ihr eigen. Und sie soll weiter wachsen: „Eigentlich wollten wir dieses Jahr decken“, sagt Michaela Maluche. Doch dann kam die Kündigung für eine Weide. So suchen die Maluches für ihre 13 Alpakas jetzt eine neue Weide. Flauschiger Nachwuchs im nächsten Jahr inbegriffen.

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