Verbrechen

Timur A. tötete wohl seinen Rivalen um eine junge Frau

Foto: WAZ FotoPool

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Duisburg. Eine weitere Episode im "Rocker-Krieg" soll es nicht sein. Motiv für den Mord in der Duisburger Altstadt am Donnerstag ist wohl die Rivalität zweier Männer um eine Frau. Am Freitag stellte sich der mutmaßliche Täter der Polizei. Über ihn kommen immer mehr Details an die Öffentlichkeit.

Blaulicht im Rotlichtviertel, Blitzlicht und Kameralicht. Am Donnerstagabend wurde auf der Charlottenstraße in Hochfeld ein Mann auf dem Gehweg erschossen. Er war Mitglied der „Bandidos”, ein Motorradclub, dem Nähe zur organisierten Kriminalität nachgesagt wird. Täter Timur A. stellte sich am Freitagnachmittag in einer Duisburger Wache. Dass der Mord eine weitere Episode in einem „Rocker-Krieg” ist, über den zahlreiche Medienvertreter noch am Tatort spekulierten, schließt die Polizei aus. Die Ermittlungen der eingesetzten Mordkommission ergaben noch vor der Verhaftung, dass offenbar die Rivalität zweier Männer um eine junge Frau Grund für die Tat war.

Timur A. scheint allerdings auch Mitglied eines Motorradclubs zu sein. Im Juli verbreitete er im Internet ein Foto, auf dem er in einer Weste der Solinger „Hells Angels” zu sehen ist. Auch ein Bild der Duisburger „Bandidos”-Kneipe hat A. veröffentlicht und fügte die Worte „müll sammler” hinzu. In den Nutzer-Kommentaren darunter beschimpfen sich Vertreter der beiden Clubs. Polizeisprecher Ramon van der Maat betonte ausdrücklich, dass diese Fehde nach aktuellen Ermittlungsstand nichts mit der Tat zu tun hat.

Nach Polizeiangaben hat der vermeintliche Täter am Donnerstag vom Steuer seines Wagens aus auf den 32-Jährigen geschossen, während ein weiterer Mann auf dem Beifahrersitz saß. Mit einem weißen Mercedes flüchteten sie in Richtung Autobahn A 40. Zeugen alarmierten um 20.28 Uhr die Polizei, die herbeigerufenen Rettungskräfte brachten den Schwerverletzten ins Krankenhaus, wo er in der Nacht verstarb. Timur A., ein professioneller Kampfsportler, soll sich vor der Tat mit seiner Ex-Freundin getroffen haben, die nach der Trennung von ihm eine Beziehung mit dem Opfer begann.

Die „Bandidos”-Mitglieder, die am Donnerstag in der Kneipe „The Fat Mexican” waren, hielten Abstand zu den Journalisten vor Ort. „Wir reden nicht mit euch”, war der einzige Kommentar. Neben Duisburgern waren auch Mitglieder anderer „Chapter”, wie die Vereinigung ihre Untergruppen nennt, anwesend. Von denen kamen am Freitag über das Internet zahlreiche Beileidsbekundungen. Darin trauerten die „Bandidos” um einen „Ashley” aus Oberhausen. „God forgives, Bandidos don't”, drohten manche. Eine Person schrieb, sie kenne das Opfer aus der Hooligan-Gruppe „Gelsen-Szene” aus Gelsenkirchen. Dort soll der Ermordete auch seine Karriere bei den „Bandidos” begonnen haben. Der Tote war wohl ein voll anerkanntes Mitglied des Clubs und wird als „1%er” bezeichnet. Damit spielen die Motorradfahrer auf das angebliche eine Prozent unter ihnen an, das sich nicht an Gesetze hält.

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