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Top-Soziologin forscht an der Universität Duisburg-Essen

Prof. Dr. Sylvia Walby, Trägerin des Anneliese Maier-Forschungspreises, forscht bald gemeinsam mit Soziologen der Universität Duisburg-Essen.

Foto: Lancaster University

Prof. Dr. Sylvia Walby, Trägerin des Anneliese Maier-Forschungspreises, forscht bald gemeinsam mit Soziologen der Universität Duisburg-Essen. Foto: Lancaster University

Duisburg.   Die Britin Sylvia Walby, Trägerin des Anneliese Maier Forschungspreises, forscht gemeinsam mit der Duisburger Soziologin Karen Shire.

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Prof. Dr. Sylvia Walby gehört zu den acht internationalen Spitzenforschern, die von der Humboldt-Stiftung mit dem diesjährigen Anneliese Maier-Forschungspreis ausgezeichnet wurden. Als Kooperationspartnerin von UDE-Professorin Karen Shire wird die britische Soziologin pro Jahr drei Monate am Essener Kolleg für Geschlechterforschung und am Institut für Soziologie der Universität Duisburg-Essen zu Gast sein. Der erste Workshop mit deutschen Sozialwissenschaftlern findet im April in Duisburg statt.

Professor an der britischen Lancaster University

Wenn es um soziale Ungleichheit in der Gesellschaft geht, hat ihre Stimme Gewicht: Seit 25 Jahren erforscht Sylvia Walby Geschlechterverhältnisse und sozialen Wandel in Gegenwartsgesellschaften. Die Preisträgerin ist Distinguished Professor für Soziologie an der britischen Lancaster University, wo sie den einzigen Unesco-Lehrstuhl für Gender Research in Europa innehat und Direktorin des Violence and Society Unesco-Centre ist. Walby war die erste Präsidentin der European Sociological Association, für die EU und die Vereinten Nationen arbeitet sie als Beraterin.

„Uns interessiert zum einen die Tatsache, dass Geschlechterverhältnisse sich hier nicht so rasch gewandelt haben, wie in andere europäischen Ländern. Warum stockt es in Deutschland bei der Lohngerechtigkeit und den Aufstiegschancen für Frauen? Warum haben mehr Italienerinnen und Französinnen Führungspositionen in der Wirtschaft als deutsche Frauen? Wir wollen den Wandel der Geschlechterbeziehungen hierzulande im europäischen Vergleich analysieren und Antworten finden“, erklärt Karen Shire das gemeinsame Projekt.

Menschenhandel und Prostitution

Auch mit dem Zusammenhang von Geschlecht und Gewalt wollen sich die Soziologinnen auseinandersetzen. In Deutschland sieht Karen Shire trotz der aktuellen Diskussion Aufholbedarf. „Häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung und Vergewaltigung wird hier wenig untersucht.“ In England deckte Sylvia Walby die systematische Unterzählung von häuslicher Gewalt in der UK-Crime-Statistik auf.

Das Thema Menschenhandel wollen beide Wissenschaftlerinnen stärker in die Öffentlichkeit bringen. „Wir haben EU-Berichte zu Menschenhandel und Zwangsprostitution verfasst und schreiben aktuell an einem Buch dazu“, so Karen Shire. Was schätzt sie an ihrer britischen Kollegin besonders? „Sie betreibt Spitzenwissenschaft, um die Gesellschaft und die Situation von Frauen zu verbessern.“

>>> Stichwort: Anneliese Maier-Forschungspreis

Für den nach der Philosophin und Wissenschaftshistorikerin Anneliese Maier benannten Forschungspreis können Wissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften aus dem Ausland vorgeschlagen werden, deren Leistungen international anerkannt sind und von deren Forschungskooperation mit Fachkollegen in Deutschland ein nachhaltiger Beitrag zur weiteren Internationalisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften in der Bundesrepublik Deutschland erwartet wird.

Die Preisträger führen selbst gewählte Forschungskooperationen für bis zu fünf Jahren mit Fachkollegen in Deutschland durch. Die Humboldt-Stiftung vergibt pro Nominierungsrunde bis zu acht Anneliese Maier-Forschungspreise. Diese sind mit jeweils 250 000 Euro dotiert.

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