Jubiläum

VHS Duisburg seit 100 Jahren eine „Werkstatt für Demokratie“

Festakt mit Talkrunde (v.l.): VHS-Direktor Volker Heckner, Staatssekretär Klaus Kaiser, Kulturdezernent Thomas Krützberg und Moderatorin Christina zur Mühlen.

Festakt mit Talkrunde (v.l.): VHS-Direktor Volker Heckner, Staatssekretär Klaus Kaiser, Kulturdezernent Thomas Krützberg und Moderatorin Christina zur Mühlen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Beim Festakt zum 100-Jährigen der Duisburger Volkshochschule wird die Bedeutung betont: für Aufstieg, Emanzipation und Chancengleichheit.

Dass die Volksbildung Verfassungsrang bekam, war das Ergebnis der Urkatastrophe. Der Erste Weltkrieg war verheerend zu Ende gegangen, das Kaiserreich zusammen gebrochen, die Weimarer Republik lag noch in den Geburtswehen. Unruhige Zeiten. Ihre Gründer zogen als eine Konsequenz, dass die Volksbildung zum Staatsziel erklärt werden müsse, die Volkshochschulen zu Schulen der Demokratie.

Daran erinnerten am Freitag beim Festakt „100 Jahre Volkshochschule Duisburg“ im Stadttheater sowohl Oberbürgermeister Sören Link als auch Staatssekretär Klaus Kaiser aus dem NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, der selbst einmal VHS-Chef war – im Hochsauerlandkreis, wie Moderatorin Kristina zur Mühlen verriet. Sie wusste auch um die heute kuriose Tatsache, dass in den 50er Jahren Zigaretten für die VHS-Mitarbeiter noch per Materialbeschaffungsliste bestellt werden konnten.

Vom preußischen Erlass bis zur VHS-Gründung dauerte es zehn Monate

Der OB wiederum fand es „einen bemerkenswert kurzen Zeitraum“, dass vom Erlass des preußischen Kultusministers zur Gründung von Volkshochschulen im Februar 1919 nur zehn Monate vergingen, bis er in Duisburg umgesetzt war. Schmunzeln im gut besetzten Parkett des großen Hauses, das während der gesamten Veranstaltung leider stockdunkel blieb. Saallicht wäre angemessen gewesen.

„Die VHS Duisburg spielt in der ersten Liga“, sagte Kaiser über den Stellenwert der Einrichtung im Land. „Nicht Herkunft, sondern Bildung sollte über den Lebensweg entscheiden.“ Die VHS biete die Möglichkeiten zu „Aufstieg, Emanzipation und Chancengleichheit“, Volkshochschulen seien auch heute noch „Werkstätten für Demokratie“. Er hob die Angebote für nachträgliche Schulabschlüsse und die 2015 schnell aufgebauten Integrationskurse hervor, entdeckte aber auch im Kurs „Die Küche Großbritanniens“ Weiterbildungschancen. Beim Kochen werde zwangsläufig auch über den Brexit gesprochen.

Glück und Gesundheit durch lebenslanges Lernen

Die Festrede hielt der Neurowissenschaftler Dr. Volker Busch über die „Baustelle Gehirn – Glück und Gesundheit durch lebenslanges Lernen“, und Ensembles der Musik- und Kunstschule spielten Klassik und Jazz. Am Ende durfte jeder Besucher die Chronik über 100 Jahre VHS mitnehmen, die mit vielen Fotos und persönlichen Geschichten ihre Geschichte unterhaltsam vermittelt.

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