Weltreise

Weltreise-Traum: Duisburger Paar reist 13 Monate um die Erde

Edgar und Katrin vor der Freiheitsstatue in New York – Touri-Like mit passenden Hüten.

Edgar und Katrin vor der Freiheitsstatue in New York – Touri-Like mit passenden Hüten.

Foto: Edgar Genzel gar Genzel / Ed

Duisburg.  Auszeit als Luxus: 13 Monate waren Katrin und Edgar aus Duisburg auf Reisen. So wird der Traum von der Weltreise auch mit kleinem Budget wahr.

Eigentlich wollten Katrin und Edgar aus Duisburg drei Wochen verreisen. Aus 21 Tagen wurden aber 13 Monate, und aus einem Urlaub in den USA eine Weltreise. „Wir wollten mehr von der Welt sehen“, sagt die 30-Jährige. Mit zwei großen Rucksäcken ging es von Duisburg einmal um die Welt. Was sie erlebten, wie der Traum von der Weltreise wahr wird und warum sie plötzlich anders auf Duisburg blicken:

Drei Jahre hat das Paar für die Reise gespart. Mit dem klaren Ziel vor Augen fiel es leichter, das Sparschwein mit Geld zu füttern. „50.000 Euro hatten wir eingeplant“, sagt Edgar, eine lange Reise sei aber auch mit weniger Budget möglich – „gerade in Südostasien.“ Im September 2018 geht es dann endlich los. Sie gibt ihren Job als Rechtsfachwirtin auf, er hängt seine Karriere als Tontechniker an den Nagel – stattdessen heißt es für 13 Monate: mit Rucksack auf Reisen.

Los geht es in Japan: Duisburger verwirklichen Traumreise

„Im ersten Land hat sich die Reise noch wie Urlaub angefühlt“, sagt Katrin. Startpunkt der Weltreise war Japan. Mit Hast und Hektik sind die Duisburger von Tempel zu Tempel, wollten keine Sehenswürdigkeit auslassen. In Vietnam, dem zweiten Land auf der Route, schalten sie einen Gang runter, der Urlaub wird entschleunigt und entwickelt sich zu einem Alltag auf Achse, mit Tagen ohne Action.

Über Japan und Vietnam, Kambodscha und Indonesien ging es nach Australien und Neuseeland, vorbei an den paradiesischen Inseln Fiji und Samoa nach Kanada, den USA und zuletzt Südafrika. Insgesamt 15 Länder hat das Paar besucht. Etwa 350.000 Fotos und Videos sollen auf der Reise entstanden sein – „jedes Land hatte etwas Besonderes“, urteilt Katrin zurück in Duisburg. Mal waren es die Menschen, dann die Tierwelt oder doch die Traumstrände.

Verzicht auf Luxus: Bei Übernachtungen gespart

Für den Traum der Weltreise verzichtet das Paar aber auch auf Zweisamkeit und Luxus. „Gerade bei Übernachtungen kann viel Geld gespart werden“, sagt Edgar. So wurde sich auch mal mit 34 Personen ein Schlafsaal geteilt oder in Vietnam im Hostel für drei Euro genächtigt. „Hauptsache, es war sauber“, sagt Katrin. Das gesparte Geld wurde lieber für Aktivitäten eingesetzt. Am Ende der Reise waren sie deshalb jeden Cent los. Dafür haben sie etwa Wale und Grizzlybären in freier Wildbahn gesucht, sind auf den Fijis mit Haien getaucht, haben den Tafelberg in Südafrika bestiegen oder sind mit einem Camper durch Neuseeland gedüst.

Tipps: Auf Weltreise gehen

Welche Tipps hat das Paar, damit der Traum von der Weltreise wahr wird? „Nicht zu lange warten und keine Ausreden finden, warum es nicht geht“, sagt Edgar. Sie war beim Start der Reise 29, er 28 Jahre alt. Das Leben schreibe zu oft zu tragische Geschichten, also warum bis zur Rente warten und so womöglich den Moment verpassen, urteilt das Paar. Ein Stück weit gehört zu dieser Entscheidung Mut – „und Vertrauen in sich selbst.“

Ein weiterer Tipp: Übergepäck vermeiden. Etwa 40 Kilo Habseligkeiten hatten sie dabei, hauptsächlich verteilt auf zwei große Rucksäcke. Doch schnell stellen sie fest: Die meisten Dinge gibt es auf der ganzen Welt. Nur Sonnencreme ist außerhalb von Deutschland fürchterlich teuer – doch gerade die hat im Gepäck gefehlt.

Die Sehnsucht nach dem Pott

Und wie blickt das Paar nach der Rückkehr auf Duisburg? Die Weltreise hat das Heimatgefühl verändert. „Im Alltag verliert man den Blick dafür, wie schön es hier ist“, sagt Katrin. Sie habe gemerkt, wie wenig sie das Ruhrgebiet eigentlich kennt. „Die Neugierde auf die eigene Heimat ist gestiegen.“ Gerade die Weihnachtszeit wollen die Duisburger nun in vollen Zügen mit der Familie genießen. „0 Grad sind mal schön“, sagt Edgar lachend.

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