Comedy

Damenbesuch im Kulturspielhaus Rumeln

Der Damenbesuch: Claudia Wölfel de Mejia, Stefanie Görtemöller und Michèle Connah (von links) Foto:

Der Damenbesuch: Claudia Wölfel de Mejia, Stefanie Görtemöller und Michèle Connah (von links) Foto:

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Rumeln-Kaldenhausen.  Im Programm „Vier Hochzeiten und zwei Todesfälle“ nehmen die Ladies mit Gesang, Charme und Witz die Probleme von Frauen ab 40 auf die Schippe

Drei Damen plauschen übers Leben und seine Tücken. Zartes Kaffeekränzchen? Weit gefehlt. Die drei Musicaldarstellerinnen Claudia Wölfel de Mejia, Michèle Connah und Stefanie Görtemöller haben’s faustdick hinter den Ohren. Zeit, es auch hervorzuholen. Das muntere Trio, das sich „Damenbesuch“ nennt, gastierte am Sonntagabend im Kulturspielhaus Rumeln.

Täter und Opfer

Das zweite Bühnenprogramm hatte so einiges zu bieten. Der Programmtitel „Vier Hochzeiten und zwei Todesfälle“ klang nach einem gewieften Krimi. Der Täter: die Zahl 40. Die Opfer: die 40-Jährigen. Passend dazu prangte auf der Bühne ein überdimensionaler Geburtstagsluftballon mit der Zahl 40 empor. In Gold natürlich, denn Glamour muss sein.

Das Publikum staunte nicht schlecht. In den Sitzreihen fanden sich überwiegend Frauen, aber auch zahlreiche Männer. Mann will ja wissen, was Frau bewegt. Der Damenbesuch kam da gerade Recht. Fulminant begann die Show mit einer Umdichtung des Liedes „Don’t stop me now“ von Queen: „Halte mich nicht auf. Ich kenn Flashdance, hab Panini-Bilder gesammelt und Patrick Swayze war mein erster Schwarm“, sangen Claudia, Stefanie und Michèle. Dann hielten sie humorig inne: „Wir sind jetzt 40.“ Dazu hatten die Damen viel zu sagen: Man kommt in die Midlife-Crisis, der Stoffwechsel lässt nach und das Kinderkriegen findet sein Ende. Aber es gibt auch viele Vorteile, fand Michèle: „Man geht mit eigener Kreditkarte shoppen und steht mitten im Leben.“ Stefanie nannte es ein Update des Betriebssystems: „Ich bin noch dieselbe, nur besser.“ Sogleich legte sie nach und berichtete über schlimme Komplimente à la „Noch siehst du gut aus für ein Alter“. Kinder hätten eben altersgerechtes Spielzeug und Erwachsene altersgerechte Komplimente.

Der Traummann aus dem Internet

Nesthäkchen Claudia ist davon mit unter 40 Jahren weit entfernt. Sie sucht den Traummann im Internet. Dort gibt es jede Menge Selbstbeschreibungen. Aber charmant? „Bedeutet doch selbstgefälliger Schleimer.“ Und familienorientiert? „Wohnt noch bei Mutti.“ Da hilft nur ein Blick in die Vergangenheit. Das Trio besang die Schulzeit, in der noch jeder Träume hatte. Heute steht die vermeintliche Hochbegabung der Kids im Vordergrund. Wenn Mama und Papa Zeit für sich möchten, ertönt es: „Wäh, Mama komm mal her!“ In der Melodie von „The Lion sleeps tonight“ änderten die Damen das Kindergebrüll in einen wohlklingenden Song um – so einfach kann’s gehen. Es wurde emotional, als Michèle am Keyboard ein Lied über die Sehnsucht nach einem Kind sang: „Wärst du gut in Latein? Wie würdest du wohl aussehen?“, fragte sie sich.

Das Publikum quittierte den großartigen Abend inklusive klarem Frauenpower-Statement mit riesigem Applaus.

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