Polizei

Infoabend zur Cyber-Kriminalität in Duisburg-Rheinhausen

Ismail Dilgin, stellvertretender Ortsteinsvorsitzender der SPD Rheinhausen (l.) und Kriminalhauptkommissar Thorsten Meldau beim Informationsabend in Duisburg-Rheinhausen.

Ismail Dilgin, stellvertretender Ortsteinsvorsitzender der SPD Rheinhausen (l.) und Kriminalhauptkommissar Thorsten Meldau beim Informationsabend in Duisburg-Rheinhausen.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.  Im Lene-Reklat-Seniorenheim in Rheinhausen ging es um die Gefahr aus dem Netz. Fast 40 Prozent aller Nutzer wurden schon im Internet betrogen.

Computer an, der Bildschirm leuchtet auf und das Tippen beginnt: Es ist dieses Szenario, das für die meisten Menschen zum Alltag geworden ist. Die Zahlen sind eindeutig: Weltweit leben 7,72 Milliarden Menschen. Laut Digital Report 2018 nutzen 4,5 Milliarden Menschen das Internet. Damit ist jeder zweite Mensch online. Ismail Dilgin, stellvertretender Vorsitzende des SPD Bezirksverbands Rheinhausen, erlebt interessierte, aber auch verunsicherte Internet-Nutzer. „Bürger sprechen die Lokalpolitiker an und äußern Bedenken. Datenschutz, Abhörung und Online-Betrug sind häufig angesprochene Themen“, sagte Dilgin und nannte ein Beispiel: „Wir verschicken eine Mail - und die Mitglieder sind skeptisch, ob es eine Mail unter falschem Namen ist. Da klären wir auf.“

Von 30 Schülern in Duisburg haben maximal zwei kein Smartphone

Die Rheinhausener Sozialdemokraten packten es an: Sie luden zum Informationsabend in den Konferenzraum des Lene-Reklat-Seniorenheims ein. 30 Interessierte nutzten die Informationsmöglichkeit. Das Thema: „Cyber-Kriminalität“, kriminelles Handeln im Internet.

Hiermit beschäftigt sich der Referent, der Duisburger Kriminalhauptkommissar Thorsten Meldau, täglich: „Wenn ich eine Schule besuche, erlebe ich, wie Kinder und Lehrer von Verunglimpfungen im Internet erzählen.“ Von 30 Schülern gebe es maximal zwei ohne Smartphone. „Dabei ist eine Sim-Karte eigentlich erst ab 16 Jahren erhältlich.“ Menschen jeden Alters unterschätzten die Gefahren: „23 Millionen Deutsche und damit 38 Prozent der Bevölkerung waren von Cyber-Kriminalität betroffen. Der Gesamtschaden lag 2017 bei 2,2 Milliarden Euro.“ Am häufigsten werde eine der mehr als 800 Millionen existierenden Schadsoftwares auf den Computer geladen, die in Anhängen von E-Mails versteckt sein können.

Wie viele E-Mail-Adressen haben Sie?

Meldau hakte nach: „Wie viele E-Mail-Adressen haben Sie?“ Bei drei Mails lag der Durchschnitt. Eine Mail? „Der Täter hat leichtes Spiel, ändert Ihr Passwort, bezahlt mit Ihren Kontodaten. In der Nähe der Adresse fängt er den Paketboten ab.“ Meldaus Tipp: Mehrere Mails nutzen, etwa mit Nutzernamen wie „Nutzer.Bank“ und „Nutzer.Shop“ und jeweils verschiedenen Passwörtern. Betrüger nutzten die Panik ihrer Opfer auch beim Identitätsdiebstahl, dem „Phishing“: „Wie viel ist Ihre Identität im anonym zugänglichen Darknet Wert?“, fragte Meldau. 30 Cent war die Antwort. So wenig kosten Anschrift und Kreditkartendaten.

Durchschnittlich 645 Euro Schaden werde bei einem Betroffenen durch Identitätsdiebstahl verursacht. Meldau zeigte eine gefälschte Mail eines Online-Bezahldienstes: riesige Überschriften, Aufforderungen und das nicht mit der Firma identische Namensanhängsel nach dem At-Zeichen – alles Indizien für eine Betrugsmail. Beim Klick wird der Bildschirm schwarz, eine Geldforderung wird angezeigt. Bezahlt man, bleibt trotzdem alles dunkel.

Meldaus Tipps? „Regelmäßige Updates einhalten, Programme wie Adobe und Java auf dem neuesten Stand halten, in ein Virenschutzprogramm investieren und Daten auf einer Festplatte sichern.“ Bei Fragen berät auch die Polizei Duisburg.

Mehr Informationen zum Thema Cyberkriminalität stehen im Internet: www.duisburg.polizei.nrw/kriminalpraevention-9.

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