Insektenplage

Tausende Tausendfüßer suchen Garten in Rheinhausen heim

Klaus Sefzig hat in seinem Asterlager Garten einen kleinen Teil der Tiere gesammelt, bevor er sie entsorgt. Sie haben ihn zu Tausenden aufgesucht.

Klaus Sefzig hat in seinem Asterlager Garten einen kleinen Teil der Tiere gesammelt, bevor er sie entsorgt. Sie haben ihn zu Tausenden aufgesucht.

Foto: Volker Herold

Duisburg-Asterlagen.   Wie Klaus Sefzig aus Duisburg-Rheinhausen versucht, einer gewaltigen Tausendfüßer-Plage in seinem Garten Herr zu werden.

Seit 40 Jahren wohnt Klaus Sefzig nun schon ein seinem Haus am Röttgenweg in Asterlagen. Ebenso lange besteht auch die Kellertreppe samt Einfassung und Fugen. Neu sind die Bewohner, die sich rund um Treppe und angrenzendem Mäuerchen offenbar mehr als wohl fühlen. „Es sind so viele der kleinen Würmer, unmöglich sie zu zählen, ich gehe von mehreren Tausend aus“, sagt der 85-Jährige. Bei seinen beiden unmittelbaren Nachbarn seien die Viecher auch aufgetaucht, allerdings bei Weitem nicht so viele wie bei den Sefzigs.

Dass es sich bei den schwarzen Würmern um Tausendfüßer handelt, da sind sich die zuständige Untere Naturschutzbehörde der Stadt und auch ein renommierter Biologe und Parasitologe der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität einig. Randolf Kricke von der Stadt spricht von einer aus Portugal eingewanderten Füßer-Gattung, was Professor Heinz Mehlhorn aus Düsseldorf allerdings nicht bestätigt, er spricht schlicht von Tausendfüßern.

Das sagt der Parasitologe

„Offenbar haben gleich mehrere Weibchen an einer Stelle Eier gelegt, sodass so viele Nachkommen aufgetaucht sind“, sagt Mehlhorn. Die kämen im Frühjahr mehr oder weniger zeitgleich, eben zu Tausenden ans Licht. Die Tiere seien harmlos, „wenn man sie nicht zerquetscht und sich dann das Auge reibt.“ Man möge sie einfach mit dem Handbesen zusammenfegen und dann entweder dort platzieren, wo es viele Vögel gibt, oder sie in der Toilette runterspülen.

Ein Fall für den Kammerjäger sind die Tausendfüßer offenbar nicht. „Sie sind keine Schädlinge, Aufträge, solche Tiere zu entfernen, haben wir noch nie gehabt“, sagt ein Schädlingsbekämpfer aus Homberg auf Anfrage der Redaktion. Nach eigenen Recherchen und längerer Beratung durch einen Experten im Raiffeisenmarkt hat sich Klaus Sefzig derweil Gift besorgt. Zu groß war dann doch die Sorge, die Tiere würden irgendwann auch im Haus auftauchen. „Auch wenn sie harmlos sind, eklig finden wir sie allemal.“

Plage in Bayern und Österreich?

So fegt der Rentner nur regelmäßig tote Füßer aus seinem Keller und forscht weiter, um welche Gattung es sich genau handelt und auch, warum sie gerade ihn so sehr mögen. „So richtig scheint das niemand zu wissen, in Österreich, in der Schweiz und auch in Bayern sollen an manchen Stellen mehrere Kilo der Tiere mit großen Schaufeln entsorgt worden sein. Ich habe aktuell etwas Ruhe, es scheint am kühleren Wetter zu liegen.“

Wer trotz diverser Expertenmeinungen Weiteres zu den Vielbeinern weiß oder Tipps geben kann, meldet sich per E-Mail bei Klaus Sefzig unter sefzig@t-online.de

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