Finanzen

2,6 Mio Euro Überschuss im Reeser Haushalt 2018

 Kämmerer Andreas Mai kann stolz auf seine Jahresbilanz sein.

Kämmerer Andreas Mai kann stolz auf seine Jahresbilanz sein.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Rees.  Gut gewirtschaftet hat die Stadt Rees im Jahr 2018 und konnte gute Rücklagen bilden. Doch dieser Trend wird sich nicht weiter fortsetzen können.

Der Jahresabschluss 2018 hätte groß gefeiert werden können, denn die Zahlen, die Kämmerer Andreas Mai in der vergangenen Ratssitzung vortrug, konnten sich weiß Gott sehen lassen. Während schon die Jahre 2016 und 2017 eine erfreuliche Bilanz zeigten, war 2018 das stärkste Jahr mit einem Überschuss von 2,6 Millionen Euro. Dieser soll der Ausgleichsrücklage zugeführt werden.

Das Jahresergebnis ist 4,3 Mio. Euro besser als geplant

Zuletzt im Jahr 2008 mit Einführung des Neues kommunalen Finanzmanagements gab es diesen Ausgleichsrücklagebestand. Mit inzwischen 7,5 Mio. Euro in der Ausgleichsrücklage müssten, so Mai, die Mittel bis 2022 reichen.

Das Jahresergebnis 2018 ist somit 4,3 Mio. besser als geplant. Insbesondere da die Sozialtransferaufwendungen sich um 1,2 Mio. Euro reduziert haben. Auch im Aufwandsbereich Sach- und Dienstleistungen wurden 1,6 Mio. Euro eingespart. Dass es sich im Reeser Haushalt schon um erhebliche Summen handelt, mit denen es zu jonglieren gilt, zeigt das Bilanzvolumen von 171.374.385 Euro, darin ist nicht das der Eigenbetriebe enthalten.

Blick in die Zukunft bremst die Euphorie

Doch ein Blick in die Zukunft bremst die Euphorie: Im kommenden Jahr sieht es düster aus. Die Rahmenbedingungen verschlechtern sich deutlich. Zum Beispiel wird die Jugendamtsumlage aufgrund von Leistungssteigerungen sowie Optimierungen im Kindertagesstättenbereich um 20 Prozent ansteigen. Im Gegenzug werden vermutlich die Schlüsselzuweisungen, die eEinkommenssteuer- und Umsatzsteuerzahlungen des Landes sinken. „Die Soziallasten steigen, die dritte Stufe des Teilhabegesetzes kommt, die sich zu Ungunsten der Kommunen auswirkt“, beschreibt Andreas Mai die Zukunft. Was ihn am meisten ärgert ist die gigantische Steigerung der Kreisumlage, „nämlich um 1.5 Mio. Euro im Jahr 2020.“ Helfen würde eine Steuererhöhung, was aktuell aber niemand wolle.

Gut ist, dass die Stadt keine neuen Kredite aufnehmen musste, sich jetzt in der Tilgungsphase befindet.

Auch 2019 ausgeglichenen Haushalt

Aktuell gab Andreas Mai wie in jedem Jahr eine Zwischenmitteilung zu den wichtigsten Produkten des Haushaltes 2019. Hier prognostiziert er ein Defizit von 1,2 Mio. Euro. Nach derzeitigem Haushaltsverlauf könnte auch in 2019 ein strukturell ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden, wenn nicht unvorhergesehene Ereignisse eintreten, was zum Beispiel eine hohe Gewerbesteuerrückzahlung bewirken könnte.

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