Bei Rees

Aus dem Rhein gerettet – 60-Jährige sucht ihre Lebensretter

Christel Schierenbach stürzte an der Reeser Rheinpromenade ins Wasser.

Christel Schierenbach stürzte an der Reeser Rheinpromenade ins Wasser.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Rees.  Fünf mutige Menschen haben am Montagabend Christel Schierenberg aus dem Rhein bei Rees gerettet: „Ich hätte es alleine nicht geschafft.“

Eigentlich war es ein richtig schöner Abend: Die Sonne schien, es war warm, Christel und Ludger Schierenberg hatten am Montag mit ihrem Hund Einstein Spaß an der Reeser Rheinpromenade. Zum Abschluss des Tages wollte Christel Schierenberg gegen 20 Uhr ihren kleinen Hundewelpen noch kurz zum Wasser führen, damit er trinken kann. Doch dann endete der idyllische Tag in einer Katastrophe: „Ich bin ausgerutscht und ins Wasser gefallen. Verzweifelt habe ich versucht, mich festzuhalten. Wären da nicht die jungen Männer gewesen, die mich gerettet haben, ich wäre einfach im Rhein ertrunken“, erzählt sie.

„Ich wäre ohne Hilfe einfach ertrunken“

Bei Christel Schierenberg sitzt der Schock noch tief. Die 60-jährige Bocholterin war am Montagabend mit ihrem Mann am Fähranleger unterwegs als das Unglück geschah. Ludger Schierenberg sitzt im Rollstuhl und beobachtete von der Promenade aus, wie seine Frau mit dem Hund zum Wasser ging. Er sah auf einmal, wie sie auf dem grünen Schlick ausrutschte und im Rhein verschwand. Panisch rief er um Hilfe und die kam prompt: „Zwei ausländische, junge Männer haben beherzt geholfen“, erzählt er. „Und ihrem Einsatz verdanke ich mein Leben. Das hört sich jetzt vielleicht sehr dramatisch an, aber es war wirklich so. Ich wäre ohne ihre Hilfe einfach ertrunken“, erzählt Christel Schierenberg.

Ein Helfer ist selbst ins Wasser gerutscht

Gerne möchte sie sich bei ihren Lebensrettern bedanken: „Es ging alles so schnell. Ich weiß gar nicht, wem ich das zu verdanken haben. Ich freue mich nur über diesen selbstlosen Einsatz der Helfer. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte sie.

Denn die zwei jungen Männer hätten schnell gehandelt und zunächst vergeblich versucht, sie über die Mauer zu heben. „Ein Mann ist sogar selbst ausgerutscht und ins Wasser gefallen“, erzählt sie.

Die Situation habe sich zuerst gar nicht so dramatisch dargestellt. Schierenberg war davon ausgegangen, dass die Rampe gemächlich ins Wasser gleitet: „Dem war aber nicht so, es ging auf einmal rutsch ins Wasser.“ Mit ihren Händen habe sich sie sich an der Mauer festgekrallt.

Behandlung im Emmericher Krankenhaus

Christel Schierenberg wird aktuell im Emmericher Krankenhaus behandelt. Immer wieder kommen ihr die Bilder in den Sinn. Als kleines Kind sei sie schon mal fast beim Schwimmunterricht ertrunken, seitdem bekomme sie Panik, wenn sie keinen Boden mehr unter den Füßen hat. „Ich bin eine schlechte Schwimmerin“, sagt sie. „Allein hätte ich es nie geschafft. Ich frage mich jetzt immer wieder, wie es ist, um zu ertrinken.“

Die spontane Hilfe der Mitmenschen macht sie sehr glücklich. Eine Niederländerin habe sich sofort um den kleinen Hund gekümmert und ihn in Zeitungspapier gewickelt, weil er so fror. Ein Ehepaar aus Bocholt habe ihren Mann, der pflegebedürftig ist, im Auto nach Hause gefahren und Freunden übergeben. „Auch die Rettungskräfte wären sehr nett und unglaublich schnell zur Stelle“, sagt sie. „Das muss auch mal gesagt werden. Es gibt Menschen, die anderen noch helfen. Ich bin sehr dankbar.“

Christel Schierenberg hätte gerne Kontakt zu ihren Lebensrettern. Wer sich bei Ihr melden möchte, kann gerne die NRZ kontaktieren unter lok.emmerich@nrz.de. Wir würden dann mit Zustimmung einen Kontakt herstellen.

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