1. Spatenstich

66 Granaten verzögerten den Lebenshilfe-Neubau in Emmerich

Freuen sich, dass der Neubau der Lebenshilfe jetzt Fahrt aufnimmt: Mike Stefan Töller (v.l.), Elke Trüpschuch, Dr. Heinzgerd Schott und Joachim Eberl.

Freuen sich, dass der Neubau der Lebenshilfe jetzt Fahrt aufnimmt: Mike Stefan Töller (v.l.), Elke Trüpschuch, Dr. Heinzgerd Schott und Joachim Eberl.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Die Lebenshilfe Unterer Niederrhein baut am Polderbusch in Emmerich eine neue Wohneinrichtung, in der 17 Menschen mit Handycap wohnen werden.

Eigentlich sollte der Bau der neuen Wohneinrichtung der Lebenshilfe Unterer Niederrhein direkt neben der bestehenden Einrichtung Am Polderbusch schon weiter fortgeschritten sein. Aber dann, so berichtet Dr. Heinzgerd Schott, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe, kam die Nachricht: Bombenfund auf der Baustelle: „Aber es war nicht eine Bombe. 66 Granaten wurden gefunden!“

So stand die Baustelle für rund dreieinhalb Monate still für die Sondierungsarbeiten: „Viele der Weltkriegsrelikte waren noch scharf“, sagte Schott anlässlich des symbolischen ersten Spatenstichs am Montag. Zum Teil befand sich der Garten der bestehenden Einrichtung auf diesen Flächen. Gut, dass nie etwas passiert war.

Die Lebenshilfe investiert rund 2,5 Millionen Euro

Der Neubau ist erforderlich, weil die bestehende Einrichtung den Anforderungen des Wohn- und Teilhabegesetzes sowie den Wünschen der Bewohner nicht mehr entspricht. Die Lebenshilfe investiert rund 2,5 Millionen Euro. „Bezahlbarer Wohnraum ist kaum zu kriegen. Damit hat auch die Lebenshilfe zu kämpfen. Also haben wir selbst investiert, anstatt uns einzumieten“, führte Schott fort, der weiterhin auf gute Nachbarschaft hoffe.

17 Menschen mit Handicap werden im Neubau, der in der zweiten Jahreshälfte 2020 fertig werden soll, ein Zuhause finden. Jede Wohneinheit auf dem 5500 m2 großen Areal wird rund 40 m2 vorhalten.

Garten bietet neue Freizeitmöglichkeiten

Mike Stefan Töller, Geschäftsführer der Lebenshilfe, schilderte, dass der Neubau nicht nur barrierefrei werde, sondern ganz andere Möglichkeiten der Individualisierung für die Mitarbeiter bieten werde: „Es wird viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung auch im Garten geben.“

Architekt Joachim Eberl juckte es schon unter den Nägeln während des nötigen Baustopps. Dennoch hofft er, „dass wir den Rohbau bis Weihnachten vielleicht fertig kriegen“.

Stellvertretende Bürgermeisterin wünscht den Bewohnern eine „Wohlfühloase“

Den symbolischen Spatenstich übernahm Elke Trüpschuch, stellvertretende Bürgermeisterin: „An ein Zuhause stellen wir hohe Ansprüche. Es soll eine Wohlfühloase werden.“

Insgesamt zählt die Lebenshilfe derzeit zehn Wohneinrichtungen für bis zu 150 Besucher. Im Betreuten Wohnen werden derzeit zudem in Emmerich, Elten, Rees, Xanten, Alpen, Sonsbeck und Wesel 155 Menschen betreut.

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