Kabarett

Anka Zink trat in Emmerich mit Ende der Bescheidenheit auf

Anka Zink trat im Emmericher Stadttheater auf.

Anka Zink trat im Emmericher Stadttheater auf.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Emmerich.  Anka Zink nahm die Methoden der Selbstinszenierung aufs Korn. Dem Publikum in Emmerich gefiel ihr Programm, das „Ende der Bescheidenheit“.

Als Anka Zink die Bühne des Emmericher Stadttheaters betrat, begrüßte sie lautes Gelächter und herzlicher Applaus. Mit ihrem Programm „Ende der Bescheidenheit“ zog sie umgehend die zahlreich erschienenen Besucher in ihren Bann. „Es gibt einfach Sachen, die machen keinen Spaß, wenn kein anderer dabei ist. Wie Witze machen, über die dann keiner lacht, oder aufräumen, wenn niemand kommt“, leitete Anka Zink, Komikerin und Autorin, den Abend ein.

Die Methoden der Selbstinszenierung

Auf die unterhaltsame Begrüßung folgend, sprach die Kabarettistin unter anderem über die heutigen Methoden der Selbstinszenierung. Vor allem, wie junge Leute diese ausübten. Deren Selbstinszenierung bestehe laut Zink darin, „dass sie in Jugendlokalen lange über Kaffee sprechen und erklären, dass sie da nicht sein dürften, wo sie grade sind, weil sie eigentlich schon woanders sein sollten“.

Autobahnen wie im Mittelalter

Auch die Politik blieb nicht von der herrlichen Satire der Künstlerin verschont. Damit leitete Zink unter der Frage, warum die Umstände in Deutschland so seien, wie sie sind, oder wie sie selbst es formulierte „Warum unsere Autobahnen sich auf den Stand des Mittelalters zurückentwickeln“, gesellschaftliche Kritik ein. „Ein Grund ist, dass die Politik der Autoindustrie in den Auspuff kriecht und, dass jeder was zu kacken hat, der gar nicht muss“, äußerte die Komikerin ihre Meinung ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Anschließend an diese Kritik widmete Zink ihre Aufmerksamkeit dem bereits im Titel erwähntem Thema der Bescheidenheit. Bescheidenheit sei etwas zwischen Demut und Größenwahn, Unter- und Überschätzung.

Es ist schwer, bescheiden zu sein

Mit Beispielen und Aussagen von bekannten Künstlern, brachte die Kabarettistin dem Publikum den Begriff näher. Dabei integrierte Zink die Zuschauer, indem sie diese aufforderte, Muhammad Alis Zitat „Es ist schwer bescheiden zu sein, wenn man so großartig ist wie ich“ nachzusprechen.

Generell richtete sich die Darstellerin oft direkt an die Besucher und sorgte so für eine unterhaltende Interaktion zwischen Künstler und Zuschauer. Dies waren nur einige der alltäglichen Themen, welche Anka Zink auf satirisch lustige Weise ansprach. Auch zeigte diese am Samstagabend, dass gesellschaftliche und politische Missstände mit Humor behandelt und dennoch ernsthaft kritisiert werden können.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben